KI als Personalreferent: Unternehmen zögern

Grafik: Randstad Deutschland

Die digitale Wandlung der Arbeitswelt ist in vollem Gange, doch deutsche Unternehmen stellen nur zögerlich auf neue Technologien um. Besonders wenn es um die Automatisierung von personellen Such- und Auswahlprozessen geht, fehlen 33% der Unternehmen, die diese Anwendungen für eine sinnvolle Ergänzung halten, schlicht das Know-how. Das zeigt die aktuelle Randstad ifo-Personalleiterbefragung, die vierteljährlich Deutschlands Personalverantwortliche zu neuen Entwicklungen befragt.

Tatsächlich werde der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) bei der Suche nach geeigneten Job-Kandidaten in vielen Personalabteilungen diskutiert. Die data driven- oder robot recruiting-Instrumente umfassen verschiedene Technologien von Chatbots und Matching-Algorithmen über online-Spiele, welche die Fähigkeiten der Kandidaten testen, bis hin zu Sprachanalysetools für Telefoninterviews, heißt es in dem Report.
Foto: Berichtsband Q1 2019

Die Ergebnisse zeigen, dass die Unternehmen zwar viele Potentiale sehen, datengesteuerte Rekrutierungsmethoden jedoch überwiegend nur zögerlich eingesetzt werden. Obwohl 44% der befragten Personalleiter eigenständig agierende datengesteuerte Rekrutierungsmethoden für eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Rekrutierungsverfahren halten, werden diese Technologien bislang nur vereinzelt eingesetzt – nur 37 der 951 antwortenden Unternehmen verwenden (mindestens) eine datengesteuerte Rekrutierungsmethode.


Die häufigsten Antworten auf die Frage, warum datengesteuerte Rekrutierungsmethoden nicht genutzt werden, sind "mangelnder Bedarf" (35%) und "fehlende Fachkenntnis" (26%). 21% der Befragten wissen zu wenig über das Angebot. Ist dieses Defizit in Sachen Digitalisierung also ein Weiterbildungsproblem? Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass technische Unzulänglichkeiten gerade mal 8% aller Befragten als Problem sehen. Selbst bei Großunternehmen, die automatisierte Auswahlverfahren am häufigsten anwenden, liegt dieser Wert nur bei 15%.

Die wenigen Unternehmen, die bereits data driven recruiting betreiben, zeichnen ein positives Bild: 86% bewerten ihre bisherigen Erfahrungen als positiv. Zwei Drittel dieser Unternehmen verwenden die neuen Technologien zur Kandidatensuche, aber auch die Kandidatenbewertung und eine automatisierte Vorauswahl sind beliebte Einsatzfelder. Auch unabhängig davon, ob die neuen Technologien verwendet werden, sehen die Personalleiter viele Vorteile durch ihren Einsatz, allen voran erwarten 27% ein moderneres Image des eigenen Betriebs, 25% Effizienzsteigerungen im Auswahlprozess 24% und Kosteneinsparungen, aber auch weitere Aspekte spielen eine Rolle.

Quelle: Randstad-ifo Personalleiterbefragung, 1. Quartal 2019; Foto: Berichtsband Q1 2019; PM 29.7.2019

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