Novartis macht sich "agiler und wettbewerbsfähiger"

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Novartis fokussiert seine Medizin-Aktivitäten auf innovative Arzneimittel. Gleichzeitig dreht der Schweizer Hersteller an der Kostenschraube. Eine Milliarde US-Dollar soll jährlich eingespart werden. Der Drei Top-Führungskräfte verlassen im Zuge der Umstrukturierung den Konzern.

Vas Narasimhan ist seit 2018 CEO von Novartis. Seitdem hat er den Schweizer Arzneimittelhersteller an vielen Stellen neu aufgestellt – und beispielsweise das Portfolio vereinfacht. Diese Strategie führt Narasimhan nun fort. Im Unternehmen werden die pharmazeutischen und onkologischen Geschäftsbereiche zu einer Division „Innovative Arzneimittel" zusammengeführt. Diese wird für die Entwicklung verschreibungspflichtiger Medikamente verantwortlich sein. Die kommerziellen Bereiche werden sich separat auf die US-amerikanischen und internationalen Märkte konzentrieren.

Novartis bündelt zudem die Bereiche „Technical Operations" und „Customer and Technology" in einer neuen Einheit. Einige Arbeitsplätze werden „wahrscheinlich" von der Umstrukturierung betroffen sein, sagte ein Unternehmenssprecher in einer schriftlichen Erklärung. Er ergänzte, dass „es im Moment noch zu früh ist, um darüber zu spekulieren, welche Rollen und wie viele."

Novartis soll wettbewerbsfähiger werden
Narasimhan sagte, die angekündigte Umstrukturierung werde Novartis „agiler und wettbewerbsfähiger" machen. Gleichzeitig werde sie die Margen steigern – bis 2026 seien 20 Medikamenteneinführungen geplant. Während die Einheiten Forschung und Entwicklung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten von Novartis nun unter einem Dach angesiedelt sind, werden die Vertriebsbereiche geografisch getrennt. Marie-France Tschudin wird als Chief Commercial Officer und Leiterin der internationalen Abteilung fungieren. Victor Bulto wird den US-Zweig leiten. Diese Neuausrichtung der beiden Einheiten soll das Unternehmen Novartis-Informationen zufolge von „Komplexitäten und Redundanzen" befreien.

Hier sollen eine Milliarde US-Dollar eingespart werden
Ein großer Kostenpunkt des Schweizer Unternehmens entfällt auf die Vertriebs-, allgemeinen und Verwaltungskosten – nämlich 29% des Umsatzes. Damit liegen diese Ausgaben höher als bei vielen anderen Arzneimittelherstellern. Diese Kosten zu reduzieren, ist demnach ein wesentlicher Bestandteil der Neuausrichtung. Bis 2024 will Novartis jährlich eine Milliarde US-Dollar einsparen.Das Unternehmen teilte weiter mit, dass die Margen für das Geschäft mit innovativen Arzneimitteln mittel- bis langfristig auf mehr als 40% gesteigert werden sollen.

Weitere Personalien
Drei Führungskräfte scheiden im Zuge der Umstrukturierung aus: John Tsai, der seit 2018 Chief Medical Officer von Novartis war, verlässt das Unternehmen. Ebenso die Onkologiechefin Susanne Schaffert und Robert Weltevreden, Leiter der Kunden- und Technologieeinheit von Novartis.
Shreeram Aradhye, ein langjähriger Mitarbeiter von Novartis, der früher in leitender Position bei der kürzlich erworbenen Dicerna Pharmaceuticals tätig war, kehrt zum Unternehmen zurück, um neuer Chief Medical Officer zu werden. Steffen Lang übernimmt neu die Position President Operations.
Foto: Screenshot twitter Account von Vas Narasimhan; PM 04-12-2022

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