Merck mit neuen Partnern

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Merck wird zum einen mit dem Mulliken Center for Theoretical Chemistry der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zusammen arbeiten. Innerhalb von drei Jahren sollen neue Tools für die computergestützte chemische Modellierung sowie neuer Repräsentierungen von Molekülen entwickelt werden. Zum anderen hat sich das Unternehmen mit Agilent Technologies zusammen getan. Gegenstand dieser Zusammenarbeit ist die Weiterentwicklung von Prozessanalysetechnologien (PAT). PAT ist ein Schlüsselfaktor für die Echtzeitfreigabe und das Bioprocessing 4.0.und wird von den Aufsichtsbehörden weltweit gefördert.

Jan Gerit Brandenburg, Leiter Digital Chemistry bei Merck, wertet die Zusammenarbeit mit dem Mulliken Center folgendermaßen: "Die jüngsten Fortschritte haben gezeigt, welchen Einfluss molekulares maschinelles Lernen und KI ganz allgemein auf alle Bereiche der Chemie haben können, insbesondere auf die Simulation und datengesteuerte Wirkstofffindung, Materialdesign und die Vorhersage neuer Formulierungen. Mit dieser Zusammenarbeit wollen wir gemeinsam neue Repräsentierungen von Molekülen und computergestützte Tools entwickeln, die uns dabei helfen werden, das Screening von Wirkstoffkandidaten zu beschleunigen, neue Verbindungen zu entdecken und die Leistungsfähigkeit von Materialien vorherzusagen."

In den nächsten drei Jahren werden mehrere Doktoranden des Mulliken Center for Theoretical Chemistry mit dem Merck-Team von Digital Chemistry zusammenarbeiten, um Methoden zu identifizieren, die auf das gesamte Chemie- und Pharmaportfolio von Merck anwendbar sind und von molekularen maschinellen Lerntechniken profitieren sollen. Alle Methoden und Codes, die im Rahmen des Programms entwickelt werden, sind quelloffen (Open Source) und damit auch für die allgemeine wissenschaftliche Gemeinschaft von Nutzen. Das Programm ist teilweise eingebettet in das Schwerpunktprogramm „Molekulares maschinelles Lernen"(SPP 236) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Bei der Kooperation zwischen Merck und Agilent Technologies soll durch die Kombination des Bioprocessing-Portfolios mit den Analyseprodukten von Agilent Technologies die Echtzeitüberwachung und automatisierte Prozesskontrolle von kritischen Prozessparametern (CPPs) und kritischen Qualitätsattributen (CQAs) auf das Downstream Processing erweitert werden, also die Aufbereitung und Aufreinigung von Arzneisubstanzen.

"Durch die Integration von Analysefunktionen und Intelligenz in biotechnologische Verfahren kann die Biopharmabranche die Entwicklung und Herstellung von biologischen Arzneimitteln beschleunigen und gleichzeitig die Konzepte der kontinuierlichen Herstellung und Echtzeitfreigabe bedienen. Im Fokus unserer Zusammenarbeit steht die Integration der neuen Online-Flüssigchromatografielösung von Agilent in die Bioprocessing-Plattformen von Merck. So wollen wir die Kunden dabei unterstützen, biologische Arzneimittel schneller, zuverlässiger und günstiger zu entwickeln und herzustellen," erläutert Stefan Schütte, Vice President und Geschäftsführer der Sparte Liquid Phase Separations bei Agilent.
Foto: Screenshot Website Priority Program SPP 2363 der Uni Münster; PM 06-15-2022-2-Merck

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