Walgreens Boots Alliance und McKesson legen deutschen Pharmagroßhandel zusammen

Foto: Website Walgreens Boots Alliance

Das Joint Venture soll das Großhandelsgeschäft beider Unternehmen kombinieren. Das soll u.a. Investitionen in innovative und erweiterte Dienstleistungen und operative Verbesserungen ermöglichen sowie das Serviceniveau für deutsche Kunden sichern. Der Schritt kommt robbenbar, weil beide Unternehmen in ganz Europa unter Druck geraten sind.

Foto: Website McKessonWalgreens Boots Alliance (WBA) und McKesson Corporation (MCK) haben vereinbart, ein Joint Venture zu gründen, in dem die deutschen Pharmagroßhandelsaktivitäten beider Unternehmen, Alliance Healthcare Deutschland und GEHE Pharma Handel, zusammengeführt werden. Das Gemeinschaftsunternehmen wird zu 70% von WBA und zu 30% von McKesson gehalten.

Mit dem Joint Venture wollen beide Partner die Wettbewerbsfähigkeit dieses Geschäfts stärken, die Qualität des Kundenservices sichern, bessere Lösungen für die Patienten anbieten, effiziente Liefermöglichkeiten sicherstellen und Skaleneffekte im deutschen Pharmagroßhandel erzielen, heißt es in der gemeinsamen Pressemeldung. Von dieser Entscheidung sind die Geschäftsaktivitäten von WBA und McKesson außerhalb des deutschen Pharmagroßhandels nicht betroffen.

Ornella Barra, Co-Chief Operating Officer von WBA sagte: „Die Zusammenführung unserer Großhandelsaktivitäten ist die richtige Entscheidung, um den langfristigen Erfolg beider Unternehmen zu sichern. Von diesem strategischen Schritt werden alle Beteiligten langfristig profitieren. Wir wollen ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen gründen und damit zum Erfolg unserer Kunden und des deutschen Gesundheitswesens beitragen."

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit WBA. Mit dieser Partnerschaft tragen wir auch zu einer soliden Aufstellung der Arzneimittelverteilung in Deutschland bei", betonte Kevin Kettler, Vorstandsvorsitzender der MCK. „Dieser Zusammenschluss bietet uns die Gelegenheit, auf ein komplexes Marktumfeld zu reagieren und den operativen Erfolg des Unternehmens zu sichern."

Organisation und regulatorische Genehmigungsverfahren
Beide Unternehmen werden im Aufsichtsrat des Joint Ventures proportional vertreten sein. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Fusionsfreigabe und der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Dieser Prozess wird mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen. Beide Partner haben vereinbart, weitere finanzielle Details dieser Transaktion vertraulich zu behandeln.


Beide Unternehmen stehen unter Druck
Beide Unternehmen stehen schon seit einiger Zeit unter Druck. So verlautete im März dieses Jahres, dass sich der WBA-Chef Stefano Pessina nach der Übernahme eines Pharmagroßhändlers umschaue. Im Gespräch war damals Phoenix. Die Familie Merckle, Inhaberin der Phoenix Group, winkte aber genervt ab. Phönix stehe nicht zum Verkauf. Die schlechte Geschäftslage in Großbritannien soll Anlass für das Schließen von bis zu 200 Standorten sein.

Auch MCK hatte im Juli Apothekenschließungen angekündigt. Das galt zuerst nur für Großbritannien, dann wurde wegen der wenig berauschenden Zahlen für das Finanzjahr 2019 die Warnung auf ganz Europa ausgedehnt.

Foto: Website Walgreens Boots Alliance, McKesson Corporation; PM 12.12.2019

powered by webEdition CMS