Australische CSL will Vifor erwerben

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Der australische Pharmakonzern CSL Ltd. (Commonwealth Serum Laboratories) hat eine Übernahmeangebot für das Schweizer Pharmaunternehmen Vifor Pharma unterbreitet. Der Kaufpreis soll sich auf 11,7 Mrd. US-Dollar (ca. 10,3 Mrd. Euro) belaufen.

Über das Interesse von CSL berichteten verschiedene Medien bereits Anfang Dezember. Seither hat sich das Kaufangebot deutlich erhöht. Wie das Handelsblatt berichtet, bedeutet das aktuelle Angebot einen Aufpreis von 40% im Vergleich zu dem von Anfang Dezember. Die Transaktion soll Mitte 2022 abgeschlossen sein.

CSL ist aus einem australischen Staatsunternehmen hervor gegangen, dass zu Herstellung von Impfstoffen gegründet wurde. Die Privatisierung erfolgte 1994. 2000 wurde das Schweizer Unternehmen ZLB Bioplasma AG übernommen, 2004 das deutsche Unternehmen Aventis Behring. Unter CSL Behring sind die Aktivitäten der Herstellung von Plasmaprodukten und Pharmazeutika zusammengefasst, Seqirus ist für Impfstoffe zuständig.

Vifor gilt als Spezialist für Präparate gegen Eisenmangel, Nieren- und Herzerkrankungen. Das Hauptgeschäft von CSL sind Blutplasmaprodukte. CSL begründet die Wahl damit, dass Vitor ein dauerhaftes und wachsendes Geschäft in komplementären und angrenzenden Geschäftsbereichen biete. Außerdem stärke man seine Position in mehreren Geschäftsbereichen durch den Zukauf von sieben vermarktbaren Produkten. Laut Handelsblatt sehen das Analysten allerdings nicht so, die sprechen von wenig Synergien.

Als mögliche Gründe für den Verkauf von Vifor sehen verschieden Medien Umsatzeinbußen wegen einer Abnahme von regulären Operationen wegen der Coronakrise. Außerdem werden Querelen in der Vorstandsetage von Vifor kolportiert. Der CEO Stefan Schulze verließ bereits nach 1,5 Jahren im August 2021 das Unternehmen, im Oktober folgten ihm zwei weiter Topmanager und Ende November verabschiedete sich der Finanzvorstand.

 

Foto: Website Vifor; PM 12-18-2021

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