Stakeholder-Listen von Monsanto: Bayer zieht Konsequenzen

Foto: Website Bayer

Das sorgte für Aufregung und Protest: Monsanto hat in wohl mindestens sieben EU-Ländern und von EU-Institutionen Listen mit den Namen von Kritikern geführt. Laut Sender France 2 sollten diese „erzogen" oder „überwacht" werden. Bayer kündigt jetzt Konsequenzen an.

Bayer teilt mit, dass das Unternehmen mit „der Aufarbeitung der Vorwürfe rund um die diskutierten Stakeholder-Listen von Monsanto" begonnen habe. „Derzeit gehen wir davon aus, dass die Agentur FleishmanHillard im Auftrag von Monsanto Listen mit Stakeholdern in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich angelegt hat sowie zu Stakeholdern im Zusammenhang mit EU-Institutionen."

Bayer habe die internationale Anwaltskanzlei Sidley Austin beauftragt, den Themenkomplex weiter zu untersuchen und fest zu stellen, ob es auch in anderen Ländern Stakeholder-Listen gegeben hat. Danach werde die Kanzlei zu den auf den Listen verzeichneten Personen in Übereinstimmung mit den geltenden Datenschutzgesetzen Kontakt aufnehmen und sie genau informieren, um welche Daten es sich handelt.


Der PR-Report hat nun gemeldet, dass „der Bayer-Konzern die Zusammenarbeit mit der PR-Agentur in Teilbereichen bis auf Weiteres beendet" hat. Horizont schreibt, habe sich entschlossen, „die Zusammenarbeit mit Fleishman Hillard in den Bereichen Communications und Public Affairs bis auf Weiteres zu beenden".

In einer Pressemeldung äußert sich Bayer selbst zu dem Fall: „Wie geht es weiter mit FleishmanHillard? Bayer arbeitet an verschiedenen Stellen mit der Agentur FleishmanHillard zusammen. Nach Bekanntwerden der Stakeholder-Listen hat das Unternehmen unverzüglich entschieden, diese Zusammenarbeit auf Eis zu legen. Ende vergangener Woche haben wir nun gemeinsam mit der Agentur beschlossen, die Zusammenarbeit in den Bereichen Communications und Public Affairs bis auf Weiteres zu beenden. Bei allen laufenden Aktivitäten prüft Bayer die vertraglichen Möglichkeiten für einen baldmöglichen Ausstieg. Projekte im Bereich Marketing sind von dieser Entscheidung ausgenommen."


Der Holmes Report zitiert ein Statement von FleishmanHillard: „FleishmanHillard ist davon überzeugt, dass die Arbeit, die sie im Auftrag von Kunden erledigt, sich in den professionellen Standards und den etablierten Methoden unserer Branche bewegt. FleishmanHillard ist und hat sich in allem was wir tun immer den höchsten Standards ethischen Verhaltens verpflichtet gefühlt, für uns selbst und für unsere Kunden. Wir glauben offen, transparent, verantwortungsvoll und rechtskonform zu handeln."

Quelle: PR-Report, Holmes Report; Foto: Website Bayer; PM 22.5.2019

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