FSA zieht Bilanz: Fortbildungsveranstaltungen bereiten Kopfschmerzen

Foto: Cover Jahresbericht FSA

Der Verein „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V." (FSA) hat seinen aktuellen Jahresbericht veröffentlicht. Der Bericht enthält alle Urteile der FSA-Schiedsstelle im Wortlaut. Besonders engagiert zeigt sich der FSA in Bezug auf die ärztliche Fortbildung.

Der Jahresbericht weist für 2020 zehn (insgesamt seit 2004: 627) Beanstandungen aus. Von Mitgliedern wurden zwei (233), von Dritten acht (345), auf Vorstandsbeschluss 0 (17) und von der Geschäftsführung 0 (32) eingereicht. Abgeschlossen wurden 22 (627). Davon wurden wegen formeller Gründe eingestellt 2 (58) und wegen materieller Gründe 18 (362). In 0 (2) Fällen wurde eine Ermahnung und in 1 (156) Fall eine Abmahnung/Unterlassung ausgesprochen. Eine rechtskräftige Entscheidung in 1. Instanz erfolgte in einem (21) Fall, in 2. Instanz in keinem (28) Fall.

Im Rahmen des FSA-Kodex „Patientenorganisationen" haben die Mitgliedsunternehmen von FSA und vfa für das Berichtsjahr 2019 Leistungen in einer Gesamthöhe von rund 7,1 Mio. Euro veröffentlicht. Damit liegen laut FSA die Zahlungen von Pharmaunternehmen an Patientenorganisationen im Bereich des Vorjahreszeitraums (2018: 7,2 Mio. EUR).


Die Organisation betont, dass die Leistungen der FSA-Mitgliedsunternehmen an Patientenorganisationen im Jahr 2019 weniger als 10% jener Zuwendungen ausmachen, die – wie im SGB V vorgesehen – von der gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen der Selbsthilfeförderung zur Verfügung gestellt werden. Die GKV-Leistungen lagen 2019 bei gut 82 Mio. Euro, die Hälfte davon kassenartenübergreifend pauschal, die andere projektbezogen.


Im Rahmen des FSA-Transparenzkodex haben die Mitgliedsunternehmen für das Berichtsjahr 2019 Leistungen an Ärzte/innen sowie medizinische Institutionen in einer Gesamthöhe von rund 629 Mio. Euro veröffentlicht. Den größten Posten machen dabei auch in diesem Jahr Leistungen im Bereich von Forschung und Entwicklung mit rund 404 Mio. Euro aus, gefolgt von Leistungen an medizinische Institutionen und Einrichtungen in Höhe von rund 118 Mio. Euro (beispielsweise für die Unterstützung von Veranstaltungen und Spenden) und Leistungen an Ärzte/innen sowie andere Fachkreisangehörige in Höhe von rund 107 Mio. Euro (beispielsweise für Fortbildungen und Vortragshonorare). Insgesamt liegen die Leistungen im Berichtsjahr 2019 im Bereich des Vorjahreszeitraums.


Nicht geringe Kopfschmerzen bereiten dem FSA Bestrebungen einzelner Landesärztekammern, von Pharmaunternehmen durchgeführte Fortbildungsveranstaltungen „pauschal und ohne Blick auf den Inhalt von der Zertifizierung auszunehmen". Als Beispiel wird die am 1. Januar 2020 in Kraft getretene Neufassung der Fortbildungsrichtlinie der Bayerischen Landesärztekammer angeführt, die CME-Zertifizierung von medizinischen Fortbildungsveranstaltungen, die von der pharmazeutischen Industrie durchgeführt werden. Dies sei nicht nur sachwidrig, sondern verstoße nach Meinung des FSA - der sich dabei auf die Autoren Dr. Peter Dieners und Dr. Thomas Voland eines Fachaufsatzes bezieht – gegen geltendes Recht, insbesondere den Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes.


Der FSA will mit Nachdruck für den Erhalt der Angebotsvielfalt in der ärztlichen Fortbildung kämpfen. „Es ist wichtig, dass Pharmaunternehmen im Rahmen der ärztlichen Fortbildung über den aktuellen Forschungs- und Wissensstand, die qualitätsgesicherte Anwendung und den korrekten Einsatz neuer Medikamente informieren", fordert FSA-Geschäftsführer Uwe Broch. Der FSA habe sich in diesem Sinne im vergangenen Jahr dafür engagiert, dass sich der Wert einer Fortbildung auch künftig primär an deren Inhalt bemisst, nicht am Veranstalter oder Sponsor.

Foto: Cover Jahresbericht; PM 3-19-2021

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