Langzeittherapien: Gezielt pharmakologische Reaktionen lernen

Gerade Patient:innen mit unterschiedlichen, chronischen Erkrankungen wie Schmerzen, Depressionen oder entzündlichen Erkrankungen befinden sich in einer Langzeittherapie, was oft eine lebenslange Behandlung mit Medikamenten und auch möglichen Nebenwirkungen bedeutet. Ein guter und unterstützender Weg könnte das assoziative Erlernen pharmakologischer Reaktionen sein, zeigen Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.

Die Krankheitssymptome zu reduzieren und somit die Lebensqualität aufrechtzuerhalten - gerade bei chronischen Erkrankungen ist das wichtig. Dabei entfalten Medikamente ihre Wirkung in Patient:innen im komplexen Zusammenspiel mit den persönlichen, psychobiologischen Bedingungen. Wichtige Einflussfaktoren sind z. B. Erwartungen der Patient:innen an den Erfolg und die Nebenwirkungen einer Therapie, sowie Vorerfahrungen mit Medikamenten oder medizinischen Behandlungen, die auf Lern- und Konditionierungsprozessen basieren. Das Wissen über die neurobiologischen Mechanismen dieser assoziativen Lernerfahrungen und wie sich die gelernten pharmakologischen Effekte gezielt im Rahmen von Behandlungen nutzen lassen, ist in den letzten Jahren enorm gewachsen.

Eine gezielte und systematische Modulation der Lerneffekte könnte es ermöglichen, die Menge der verabreichten Medikamente kontrolliert zu reduzieren, die Menge an unerwünschten Nebenwirkungen zu verringern und dabei dennoch die therapeutische Effizienz aufrecht zu erhalten. Das Fazit in der Studie lautet dementsprechend: "Diese 'Aktivierung der körpereigenen Apotheke' der Patient:innen könnte in vielen klinischen Situationen als unterstützende Therapiemaßnahme hilfreich sein."

Die Originalpublikation (Harnessing associative learning paradigms to optimize drug treatment) finden Sie unter:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35369993/
PM 04-21-2022-Langzeittherapien

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