"Tempomacher in der Gesundheitsforschung"

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Damit Ergebnisse aus der Forschung schnell bei den Menschen ankommen, sind die DZG (Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung) betraut worden. Es geht dabei u.a. um Herz-Kreislauf-Krankheiten, Lungenerkrankungen, Krebs, Infektionserkrankungen, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen. Auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sind sie gegründet worden. Vier von sechs DZG sind in diesem Jahr 10 Jahre alt geworden: Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL) und Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Für Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sind die Zentren "Tempomacher in der Gesundheitsforschung".

In 2020 wurden das erste Medikament für chronische Hepatitis D und eine neue Herzklappentechnologie in Europa zugelassen. Neue Medikamente zur Behandlung verschiedener Formen des Lungenhochdrucks und bessere individualisierte Krebstherapien sind ebenfalls Erfolge, an denen Wissenschaftler der DZG beteiligt sind. Verstärkt muss es gelingen, Grundlagenforschung und klinische Forschung so zu verbinden, dass für Patientinnen und Patienten verbesserte Diagnosemöglichkeiten und Therapien zur Verfügung stehen.

Prof. Dr. Werner Seeger, gegenwärtiger Sprecher der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung und Vorstandsvorsitzender DZL, erklärt: "Die DZG setzen da an, wo vielversprechende Forschungsergebnisse leider noch viel zu häufig stecken bleiben: zwischen Labor und Krankenbett. Diese Phasen der Forschung sind aufwendig, teuer und häufig von Rückschlägen geprägt. Sie bringen oftmals keinen schnellen wissenschaftlichen Ruhm ein und werden auch als ‚Tal des Todes' bezeichnet. In den letzten zehn Jahren konnten die DZG vielfach Brücken über dieses Tal schlagen, damit Forschung bei den Menschen ankommt."
In Zukunft wollen die einzelnen Zentren deswegen die Zusammenarbeit verstärken, so Seeger. "Unser Ziel ist es, dass die DZG in der Forschung näher zusammenrücken, um Synergiepotentiale noch besser zu nutzen."

Ein großer Schritt in diese Richtung ist der DZG Innovation Fund, ein von allen DZG getragenes Forschungsförderprogramm, das im Jahr 2022 erstmalig ausgeschrieben wird. Darüber hinaus arbeiten die DZG kontinuierlich weiter daran, ihre Nachwuchswissenschaftler intensiv beim Spagat zwischen Klinik und Forschung zu unterstützen und ihre Forschungsdaten und Bioproben auf der Grundlage gemeinsamer Standards auszutauschen.

Hintergrund:
Ziel der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) ist es, besonders häufige Krankheiten – die Volkskrankheiten – wirksamer zu bekämpfen. Mehrere tausend Grundlagenforscher, klinische Forscher und Ärzte arbeiten im größten Gesundheitsforschungs-Netzwerk Deutschlands zusammen, um den medizinischen Fortschritt schneller in den Versorgungskreislauf zu bringen. Sie suchen nach Wegen, die Vorsorge, Diagnose und Behandlung der großen Volkskrankheiten Krebs, Demenz, Diabetes, Infektionen, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen zu verbessern – über Forschungsdisziplinen und Organisationen hinweg. 90 außeruniversitäre und universitäre Partnereinrichtungen in 37 Städten gehören zu den DZG.
Der Bund und 13 Bundesländer fördern die DZG jährlich mit rund 270 Mio. Euro. Der Schwerpunkt aller DZG liegt auf der Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis.

Die sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sind:
- Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK)
- Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)
- Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
- Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
- Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD)
- Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Zwei weitere Zentren für Kinder- und Jugendmedizin und für Psychische Gesundheit sind in Planung.
Foto: Screenshot Website BMBF / Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung; PM 05-24-2022

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