Gesundheitswesen: Einsparung durch Digitalisierung

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McKinsey sieht eine "42-Miliarden-Euro-Chance für Deutschland". So lautet ein Teil des Studientitels, der mit "Digitalisierung im Gesundheitswesen" beginnt. Denn "richtig eingesetzt kann die Digitalisierung im Gesundheitsbereich massiven Nutzen stiften. Wir reden von einer 42-Milliarden-Euro-Chance, von der alle im Gesundheitswesen profitieren könnten", betont McKinsey-Partner Stefan Biesdorf, Co-Autor der Studie. McKinsey Junior Partnerin Kristin Tuot, ebenfalls Co-Autorin der Studie, fügt hinzu: "Das Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitswesen hat sich innerhalb von vier Jahren um rund 8 Mrd. Euro oder 24% erhöht."

Der Einsatz digitaler Technologien bringt unterschiedlichen Berufsgruppen und Bereichen unterschiedlichen Nutzen. Für alle Akteure im Gesundheitswesen entspricht das einer Produktivitätssteigerung bei Leistungserbringern um 61% und eine Verringerung des medizinischen Bedarfs um 39%. Das größte Potenzial sehen die Unternehmensberater bei der Einführung der elektronischen Patientenakte, mehr Online-Sprechstunden und-Terminvereinbarungen, Fernüberwachung und -unterstützung chronisch erkrankter Menschen.
Die Produktivitätssteigerungen bei den Leistungserbringern (25,8 Mrd. Euro) verteilen sich auf die stationäre Krankenhausversorgung (12,4 Mrd. Euro), die ambulante (hausärztliche) Versorgung (11,1 Mrd. Euro) und andere Bereiche (2,3 Mrd. Euro), z. B. die Langzeitpflege. Die Verringerung des medizinischen Bedarfs (16,4 Mrd. Euro) resultiere aus der Vermeidung unnötiger Doppeluntersuchungen oder einer Verlagerung hin zu weniger invasiven Untersuchungsmethoden. Das verbessere gleichzeitig die Qualität der Behandlung und die Patientenerfahrung. Ein Beispiel ist die Reduzierung der stationären Krankenhausaufenthalte chronisch kranker Menschen dank Fernüberwachung. Die Digitalisierung verspreche darüber hinaus einen Nutzen auch für angrenzende Bereiche der Wertschöpfungskette. Ein besserer Datenaustausch z. B. eröffne die Möglichkeit einer gezielteren pharmazeutischen Forschung und Entwicklung mit einer entsprechend höheren Wirksamkeit von Therapien.

Tuot verweist auf die Vorgängerstudie von 2018, für die McKinsey erstmals auf Basis von mehr als 500 internationalen Forschungsdokumenten das finanzielle Potenzial von 26 verfügbaren digitalen Gesundheitstechnologien in Deutschland auf 34 Mrd. Euro beziffert hatte. "Davon wurden in den vergangenen Jahren nur rund 1,4 Mrd. Euro realisiert," ist ihr Fazit. Das seien zwar erste, aber noch keine einschneidenden Erfolge. Zudem sei das Potenzial angesichts weiter steigender Gesundheitsausgaben und der dynamischen Entwicklung der Digitalisierung seither gestiegen. So habe sich beispielsweise durch die Corona-Pandemie gezeigt, dass einige Technologien wie z. B. Online-Sprechstunden und -Terminvergaben einen erheblich größeren Nutzen hätten als 2018 vermutet.

Für die Studie hat McKinsey das Nutzenpotenzial von 26 digitalen Gesundheitstechnologien analysiert und in sechs Lösungskategorien zusammengefasst:

(1) Online-Interaktionen, z.B. durch Telekonsultation oder Fernüberwachung und Managment chronisch Erkrankter. Diese Lösungen reduzieren vor allem den Zeitaufwand bei Patienten und Ärzteschaft.: 12,0 Mrd. Euro (2018: 8,9 Mrd. Euro)
(2) Umstellung auf papierlose Datenverarbeitung, z.B. durch die eletronische Patientenakte und eRezept: 9,9 Mrd. Euro (2018: 9,0 Mrd. Euro)
(3) Arbeitsabläufe/Automatisierung, z.B. durch die mobile Vernetzung von Pflegepersonal oder die auf Barcodes basierte Verabreichung von Medikamenten: 6,7 Mrd. Euro (2018: 6,1 Mrd. Euro)
(4) Entscheidungsunterstützung durch Datentransparenz, z.B. durch den Einsatz von Software, um Doppeluntersuchungen von Patienten zu vermeiden: 6,4 Mrd. Euro (2018: 5,6 Mrd. Euro)
(5) Patientenselbstbehandlung, z.B. durch Gesundheits-Apps oder digitale Diagnosetools: 4,6 Mrd. Euro (2018: ebenfalls 4,6 Mrd. Euro)
(6) Patienten-Self-Service , etwa Onlineportale zur Terminvereinbarung: 2,5 Mrd. Euro (2018: ebenfalls 2,5 Mrd. Euro).


Die Studie finden Sie unter:
https://www.mckinsey.de/~/media/mckinsey/locations/europe%20and%20middle%20east/deutschland/news/presse/2022/2022-05-24%2042-mrd-euro-chance/220524_mckinsey_die%2042-mrd-euro-chance.pdf
Grafik: McKinsey; PM 05-25-2022

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