1. Self Tracking Report 2022: Daten nutzen

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Abgefragt bei 5000 Umfragteilnehmer:innen worden ist, ob sie gewillt sind, ihre Gesundheitsdaten weiterzugeben. Und die Bereitschaft ist da: Vier von fünf Bürger:innen sind u.a. für eine nationale Forschungsdatenbank, gefüllt mit ihren Patientendaten. Dank Smartphone & Co. sind die Daten nämlich durchaus vorhanden. Ein Schatz also, um z. B. Daten für individuelle Therapien zu verwenden.

75% der Befragten messen ihr Gewicht, 38% ihren Blutdruck und jede vierte Person misst ihre Schlafqualität. Weitere 35 % messen Bewegung, Schritte, 23% sportliche Aktivitäten, 13% ihren Blutzucker, 10 % Stresssymptome und 10% messen Schmerzsymptome. Insgesamt 42% messen ihre Gesundheit dabei komplett digital. Auf dem in der letzten Woche veranstalteten Deutschen Ärztetag sprach sich auch die Ärzteschaft sowohl für das Opt-Out-Verfahren bei der elektronischen Patientenakte (ePA) aus. Sie fordern also ein automatisches Anlegen einer ePA anstatt erst nach einer individuellen Zustimmung (Opt-In) als auch für eine Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Therapie. Das Potential für bessere Forschung und Behandlung auf Basis vernetzter Daten wurde auch hier erkannt.

Und das erkennen auch die Bürger:innen. 70% sprechen sich für die sinnvolle Anwendung ihrer Gesundheitsdaten aus dem Smartphone, beispielsweise für das Einfließen in ihre Patientenakte für eine bessere Behandlung aus. Ebenfalls wünschen sich sieben von zehn bei Verschlechterung ihrer Vitalwerte automatisch eine Meldung auf ihr Handy auf Grundlage ihrer Daten aus der elektronischen Patientenakte. Und drei von vier Bürgern wünschen sich auf Basis ihrer individuellen Vitalwerte für sie zugeschnittene Präventionsangebote von ihrer Krankenkasse.
ne bessere Behandlung und individuelle

Prof. Dr. Sylvia Thun, Direktorin für E-Health am Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), findet, dass "es Zeit wurde, der Gesundheitspolitik dieses Bild vorzuführen: Die Bevölkerung will ihre Gesundheitsdaten für eine bessere und somit auch sichere Medizin nutzbar machen."
Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Professor of Public Health an der Hertie School Berlin, ergänzt: "Die Studie zeigt: Die Bevölkerung ist bei der Nutzung digitaler Angebote zur Förderung der eigenen Gesundheit sehr viel weiter als die Politik. Eine konsequente Digitalisierungsstrategie würde auf große Zustimmung stoßen. Viele warten geradezu darauf."Hurrelmann und Thun sind beide wissenschaftliche Berater der Studie.

Hintergrund:
5000 Bürger:innen wurden für den Report dieses Frühjahr in einer wissenschaftlichen Studie, repräsentativ für alle Onliner (90 Prozent der Bevölkerung) befragt. Der Studieninitiator Dr. Alexander Schachinger (EPatient Analytics), unterstützt von Prof. Dr. Sylvia Thun (Charité) und Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Hertie School Berlin) zeichnet damit diesem Themenfeld erstmals ein Bild aus der Wirklichkeit.

https://www.epatient-analytics.com/aktuelles/pm-self-tracking-report/

Grafik: EPatient Analytics GmbH; PM 06-02-2022-Gesundheitsdaten

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