Cannabis aus Rezept: Zuspruch oder Ablehnung?

sanity group

Der medizinische Einsatz von Cannabis ist seit 2017 erlaubt, wenn er ärztlich vorordnet ist. Die Diskussion darüber gingen heiß her. Das Health- und Life-Science-Unternehmen Sanity Group, das selber Arzneimittel wie auch Wellbeing- und Kosmetikprodukte auf Cannabinoidbasis vertreibt, hat eine Statista-Umfrage in Auftrag gegeben. Ein Ergebnis zeigt, dass 49% der über 1.000 befragten Personen nicht wissen, dass medizinisches Cannabis in Deutschland seit 2017 legal ist. Ein anderes war, dass 90% der Befragten in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren finden, dass Therapiemöglichkeiten mit Cannabis auch mit staatlicher Finanzierung weiter erforscht werden sollten. Unter den 18 bis 29-Jährigen fanden das 74%.



Laut der Umfragen kennen 42% den Unterschied zwischen dem berauschenden Wirkstoff THC und dem rauschfreien Cannabinoid CBD und jede vierte befragte Person wusste, dass sich verschiedene Cannabis-Sorten auch in Aroma und Wirkung unterscheiden können. Dass Cannabis Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland noch ganz legal in Apotheken zu erwerben war, war 73 Prozent der Befragten nicht bewusst.

In einer Gruppe von 176 Befragten, die bereits medizinisches Cannabis auf Rezept genutzt hatten, gaben 91% an, dass sie ihre Beschwerden mit Cannabis lindern konnten. 92% würden eine Therapie mit Medizinalcannabis weiterempfehlen. Obwohl 56% der Befragten angaben, Schwierigkeiten dabei gehabt zu haben, einen Arzt bzw. eine Ärztin zu finden, der bzw. die eine Cannabis-Therapie begleiten wollte. Weitere 56% kritisierten, dass Krankenkassen die Kostenübernahme ablehnten. 52% fanden die Wahl der Darreichungsform und des Arzneimittels kompliziert und 53% empfanden die Antragstellung selbst als Herausforderung. Neun von zehn Befragten, die schon mal krankheitsbedingt Cannabis genutzt haben, befürworten zudem die von der Regierung geplante Cannabislegalisierung zu Genusszwecken.

Die Mehrheit der Befragten, die noch keine Erfahrungen mit Cannabis gemacht haben, können sich eine Schmerztherapie mit medizinischem Cannabis bei chronischen Schmerzen oder Migräne (70%), Spastizität bei Multipler Sklerose und Paraplegie (61%), Epilepsie (55%) oder bei Übelkeit nach einer Chemotherapie (55%) vorstellen. 53% würden eine Therapie mit medizinischem Cannabis bei Tourette wahrnehmen. Bei Angststörungen käme Cannabis auf Rezept für 51% der Befragten in Frage; bei Schlaflosigkeit würde jede:r Zweite Cannabis probieren. Für ADHS oder HIV-bedingte Appetitlosigkeit könnte sich noch eine knappe Hälfte der Befragten Medizinalcannabis als Therapieoption vorstellen.
Für mehr Investitionen und weitere Forschungsarbeit sprachen sich 86% der älteren Generationen aus versus 67% der jüngeren Befragten.

 



Foto: Screenshot Website Sanity Group; PM 07-07-2022

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