Nur jeder zweite Deutsche erwartet Beratung in Apotheken

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Eine aktuelle Umfrage zeigt: Apotheken bleiben Deutschlands beliebteste Anlaufstelle für Medikamente und Beratung. Dennoch erwarten die Menschen sie nicht zwingend – ebenso wenig wie einen Botendienst. Den übernimmt für apothekenpflichtige Medikamente seit neuestem auch der Essenslieferdienst Wolt.

Wie steht es um die europäische Gesundheitslandschaft? Wie sehr vertrauen die Menschen dem Gesundheitssystem? Was erwarten die Menschen von ihren Apotheken? Das waren Fragen, die der Stada Health Report 2022 stellte. Diesen führte der Konzern zum vierten Mal durch und befragte dafür 30.000 Europäer aus 15 Ländern, darunter auch 2000 Deutsche.
https://www.stada.com/de/medien/gesundheitsreport/stada-health-report-2022

Eine zentrale Erkenntnis dabei: 47% der Deutschen sagen, die persönliche Beratung in der Apotheke vor Ort sei ein absolutes „Must-Have". Sprich, nur knapp die Hälfte der Befragten erwartet von Apotheken eine Beratung zu Themen wie Arzneimittelwechselwirkungen und Einnahmevorschriften. 36% sind der Meinung, dass eine Apotheke dies möglicherweise anbieten kann.
Gleichzeitig werden europaweit digitale Angebote immer wichtiger: Die Apotheke der Zukunft muss der Umfrage zufolge individuelle Betreuung mit den Annehmlichkeiten der Digitalisierung verbinden. 82% erwarten Online-Einkäufe bei ihrer Apotheke vor Ort entweder als Muss oder würden die Möglichkeit zumindest begrüßen.
Vertrauen in Apotheken ist sehr hoch
Die Zufriedenheit mit den europäischen Gesundheitssystemen ist in den vergangenen Jahren insgesamt um ganze 10% gesunken – von 74% im Jahr 2020 und 71% im Jahr 2021 auf 64% im Jahr 2022. In Deutschland sind dagegen überdurchschnittliche 76% mit dem eigenen Gesundheitssystem zufrieden. Ganz oben in puncto Vertrauen stehen Ärzte, medizinisches Personal, Apotheker:innen und PTA: 71% vertrauen Ärzten, jeweils 61% Apotheken und medizinischem Fachpersonal.

Im europäischen Vergleich gehören die Deutschen dennoch zu den seltensten Apothekenbesuchern:
• Nur 3% besuchen mindestens einmal pro Woche eine öffentliche Apotheke und
• nur knapp die Hälfte (48%) mindestens einmal im Monat.
• Im europäischen Durchschnitt gehen dagegen 56% der Erwachsenen mindestens einmal im Monat in eine Apotheke.
• Fast ein Drittel (31%) der Deutschen besucht nur alle zwei bis drei Monate eine Apotheke, ein Fünftel (21%) sogar noch seltener.
Botendienst erwartet nur gut jeder Dritte
Interessant in der Untersuchung ist zudem, dass gut ein Drittel der Befragten in Deutschland (36%) davon ausgeht, dass eine Apotheke auf jeden Fall einen Botendienst anbieten muss. Weitere 47% sehen das lediglich als mögliches Angebot. Offenbar ist dieser Service, den die meisten Apotheken tatsächlich bereits anbieten, vielen Menschen noch nicht bekannt.
Wolt liefert nun auch OTC-Medikamente
Genau hier setzen aktuell viele Schnell-Lieferdienste an. Sie machen ihr Geschäft damit, dass sie OTC-Medikamente und andere Apothekenprodukte in bestimmten Städten per Kurier ausfahren. Mit im Rennen ist hier der Essenslieferdienst Wolt, der nun auch apothekenpflichtige Medikamente bringt – zunächst waren es nur apothekenexklusive Produkte. Kooperationen mit Apotheken hat das Startup aus Finnland in München und seit neuestem ebenfalls in Hamburg und Frankfurt. Firmensprecher Fabio Adlassnigg sagt „Apotheke-adhoc": „Im Pharmabereich haben wir derzeit drei Apotheken, mit denen wir kooperieren. Es sind die Apominga in München mit drei Filialen, die Centro-Jacobi Apotheke in Hamburg und neu ist die Rosen Apotheke in Frankfurt am Main dabei."

Stada Health Report 2022 zum Download: https://www.stada.com/media/7172/pra-sentation_health-report-2022_de.pdf


PM 07-18-2022-Beratung; Foto: Stada Health Report 2022

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