Wie gut pharmazeutische Dienstleistungen in Apotheken ankommen

apokix

Apotheken dürfen seit kurzem pharmazeutische Dienstleistungen anbieten. Das ist in ihren Augen ein Meilenstein. Noch steckt diese große Veränderung allerdings in den Kinderschuhen, die an der ein oder anderen Stelle drücken. Die wichtigsten Zahlen des aktuellen APOkix.

Vor wenigen Monaten gestartet – Zeit für ein erstes Fazit: Apotheken dürfen fünf ausgewählte pharmazeutische Dienstleistungen anbieten und mit den Krankenkassen abrechnen. Ganz konkret handelt es sich um Folgende:

 


  • Standardisierte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung und Üben der Inhalationstechnik für Patient:innen ab einem Alter von sechs Jahren,
  • Standardisierte Risikoerfassung bei Bluthochdruckpatient:innen, die mindestens ein antihypertensives Medikament einnehmen,
  • Erweiterte Medikationsberatung von Patient:innen mit Polymedikation,
  • Pharmazeutische Betreuung von Patient:innen unter oraler Antitumortherapie,
  • Pharmazeutische Betreuung von Patient:innen nach Organtransplantation.


Grundsätzlich halten 71 Prozent der befragten Apothekeninhaberinnen und -inhaber die Einführung der pharmazeutischen Dienstleistungen in Apotheken für einen Meilenstein, der die Patientenversorgung verbessern wird. Das ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen Apothekenkonjunkturindex' APOkix.
Gut die Hälfte der Befragten sagt zudem, dass sie ihr Angebot an pharmazeutischen Dienstleistungen in der Apotheke bereits bewerben oder in Zukunft aktiv bewerben wollen – beispielsweise mittels direkter Patientenansprache, Handzettel, auf der Website (19% stimme voll und ganz zu, 33% stimme eher zu).
Welche Dienstleistungen werden angeboten?
  • Am häufigsten wird derzeit die Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung und das Üben der Inhalationstechnik für Patient:innen ab sechs Jahren
    angeboten: 46% der befragten Apothekeninhaber:innen bieten diese Dienstleistungen in ihren Apotheken bereits an, 41% planen dies für die Zukunft.
  • Am zweithäufigsten bietet die Apothekerschaft die standardisierte Risikoerfassung bei Bluthochdruckpatient:innen an (39%).
  • Danach folgt die erweiterte Medikationsberatung von Patient:innen mit Polymedikation (37%).
  • Am wenigsten Potential sehen die Befragten für die pharmazeutische Betreuung von Patient:innen nach Organtransplantation. 69% geben an, dass diese nicht angeboten wird und auch für die Zukunft nicht geplant ist.
Insgesamt fragt die Kundschaft pharmazeutische Dienstleistungen in Apotheken aktuell jedoch eher selten nach: Lediglich 13% der Befragten geben an, dass Kund:innen in ihre Apotheke kommen, um sich über mögliche Dienstleistungen zu informieren.
An welchen Stellen es drückt
Die beiden größten Barrieren laut APOkix sind:
  • mangelnde zeitliche Ressourcen (46% Zustimmung)
  • Personalknappheit (45%)
Außerdem setzen 31% der Befragten die pharmazeutischen Dienstleistungen noch nicht um, da Kund:innen fehlen, die für diese Leistungen infrage kommen würden. Zudem steht der Austausch mit den behandelnden Ärzt:innen noch am Anfang und ist zu verbessern. Auf die Frage „Wie beurteilen Sie die Vergütung der einzelnen pharmazeutischen Dienstleistungen?" ergibt sich ein zerrissenes Bild: Gerade bei den Tumor- und Transplantationspatient:innen betrachten die Befragten sie tendenziell als nicht als ausreichend (jeweils 16% überhaupt nicht ausreichend, 19% bzw. 18% eher unzureichend, 30% bzw. 33% teils/teils).
Konjunkturindizes entwickeln sich gegensätzlich
Der Konjunkturindex zur aktuellen Geschäftslage sinkt den zweiten Monat in Folge und landet mit einem Minus von 9,0 Punkten im August bei 96,0 Punkten. Im Gegensatz dazu steigt der Indexwert für die erwartete Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten wieder leicht an: Verglichen mit dem Vormonat Juli gewinnt er 1,3 Punkte hinzu und verzeichnet damit im August 59,4 Punkte.


Die aktuellen APOkix-Ergebnisse können im IFH Shop kostenfrei heruntergeladen werden.



APOkix August 2022, IFH Köln; PM 09-06-22-Dienstleistung

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