expopharm 2022: Endlich wieder “Normalität”

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Die expopharm und der parallel stattfindende Deutsche Apothekertag hat — das hat man dieser Tage sehr oft gehört und gelesen — nach zwei Jahren Zwangspause endlich wieder stattgefunden. Das Fazit: 23.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland sind gekommen und "damit konnte die expopharm, trotz anhaltender Pandemie, fast an die Besucherzahl der letzten Messe in München anknüpfen", freut sich der Veranstalter der Messe, die Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH.
(Foto: Screenshot Website expopharm)

Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa, resümiert: "Die Resonanz bei den Besucherinnen und Besuchern sowie den Ausstellern war hervorragend. Der Erfolg der expopharm freut uns umso mehr, als die Planungssituation angesichts der vielen Unwägbarkeiten der Pandemie wirklich herausfordernd war. Es besteht kein Zweifel, dass die Branche hier in München wieder zusammengefunden hat und von hier aus zahlreiche zukunftsweisende Impulse für den Markt ausgehen."

Themen waren u.a. das E-Rezept, Pharmazeutische Dienstleistungen, Politik & Markt, Pharmazie, digitale Kundenbindung, Apotheken-Management, Telematik und Nachhaltigkeit. Neu waren in diesem Jahr spezifische Formate für die verschiedenen Berufsgruppen in Apotheken, wie PTAhome, PKAdialog, ApoLeadership Campus und die Community-Treffs.

In diesem Jahr präsentierten rund 500 Aussteller ihre Angebote für den Apothekenmarkt; darunter auch junge Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen in der Newcomer Area oder beim apostart Start-up-Pitch vorstellten. Gewinner des Pitches war "FDA – Frag die Apotheke", über deren Online-Portal Patient:innen ihre individuelle Antwort aus der Apotheke auf ihre Fragen erhalten. Der Gewinner hat ein Preisgeld von 5.000 Euro erhalten sowie eine kostenfreie Messebeteiligung bei der expopharm 2023 in Düsseldorf.

Der Fokus des Deutschen Apothekertages lag in diesem Jahr bei den Herausforderungen der Klimakrise. Die Delegierten setzten sich mit den Folgen des Klimawandels für die Gesundheit auseinander und diskutieren, wie Apothekerinnen und Apotheker durch nachhaltiges Handeln in den Apotheken zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen können. Aber auch andere Leitanträge waren zu diskutieren und darüber abzustimmen. So stimmten die knapp 400 Delegierten aus den Kammern und Verbänden der Länder dem Leitantrag "Zukunft der Honorierung öffentlicher Apotheken" fast zur selben Zeit zu, als der Bundesrat in Berlin die Erhöhung des Apothekenabschlags im Rahmen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes ablehnte.

Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), betonte deswegen: "Wir brauchen eine Stärkung der Apotheken, um die Versorgung der Bevölkerung auch in ländlichen Regionen und Wohngebieten dauerhaft zu sichern. Die Landesregierungen sind nahe dran an der Gesundheitsversorgung der Menschen und kennen deren Bedarf. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass der Bundesrat die vom Bundesgesundheitsminister vorgesehene Erhöhung des Apothekenabschlags ablehnt. Der Deutsche Apothekertag fordert den Gesetzgeber auf, das Apothekenhonorar zu erhöhen statt abzusenken. Nun ist auch der Bundestag aufgefordert, die Apotheken vor Ort zu stärken."

Und er rechnet vor: Mit der von der Bundesregierung geplanten Erhöhung des Apothekenabschlags um 13% von 1,77 auf 2,00 Euro (brutto) durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz würden die Apotheken mit 120 Mio. Euro netto pro Jahr belastet werden. Der Apothekenabschlag in Höhe von 1,77 Euro (brutto) wird bei der Abgabe eines rezeptpflichtigen Arzneimittels in der Apotheke vom so genannten Fixum in Höhe von 8,35 Euro (netto) durch die Krankenkasse wieder abgezogen, so dass dadurch das effektive Honorar der Apotheke sinkt.


Foto: Screenshot Website expopharm; PM 09-19-2022-expopharm

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