EU4Health: EU-Parlament sagt ja

Foto: EU

Das Europäischen Parlament hat am 9. März für das Programm EU4Health votiert. Damit ist der Weg freit für die Bereitstellung von 5,1 Mrd. EUR. Damit sollen die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme gestärkt und Innovationen im Gesundheitssektor gefördert werden sollen. EU4Health soll einen wesentlichen Beitrag zur Erholung nach der COVID-19-Krise leisten, indem grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen bekämpfen hilft und die Bereitschaft und Fähigkeit der EU zur wirksamen Reaktion auf künftige Gesundheitskrisen als Teil einer künftigen starken europäischen Gesundheitsunion fördert.

Insgesamt soll EU4Health mit Mitteln von 9,4 Milliarden Euro ausgestattet werden und ist damit hinsichtlich seiner Finanzierung größer als alle anderen EU-Gesundheitsprogramme zuvor. Es wird Maßnahmen von EU-Ländern, Gesundheitsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen finanzieren. Ab dem Jahr 2021 können Anträge auf Finanzhilfen gestellt werden.


Maßnahmenbereiche:
EU4Health will
- die Reaktionsbereitschaft gegenüber großen, grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren verbessern,
• indem Reserven medizinischen Materials für Krisensituationen angelegt werden,
• eine Personalreserve in den Gesundheitsberufen und in Fachkreisen gebildet wird, die bei EU-weiten Gesundheitskrisen mobilisiert werden kann, und
• Gesundheitsgefahren genauer überwacht werden.


- die Gesundheitssysteme stärken, sodass sie sowohl Epidemien als auch langfristige Herausforderungen bewältigen können, indem
• die Vorbeugung von Krankheiten und die Gesundheitsförderung in einer alternden Bevölkerung,
• die digitale Umgestaltung der Gesundheitssysteme und
• der Zugang zur Gesundheitsversorgung auch für schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen besser unterstützt werden.


- Arzneimittel und Medizinprodukte verfügbar und bezahlbar machen. Außerdem fördert das Programm die umsichtige und effiziente Verwendung antimikrobieller Mittel, Innovation in Medizin und Pharmazie sowie umweltfreundlichere Herstellungsverfahren.
Prioritäten der Kommission im Gesundheitsbereich
Das Programm EU4Health soll sich auch positiv auf unseren Kampf gegen den Krebs, die Verringerung von antimikrobiell resistenten Infektionen und die Erhöhung der Impfquoten auswirken. Die EU will erfolgreiche Initiativen wie die Europäischen Referenznetze für seltene Krankheiten ausweiten und die internationale Zusammenarbeit bei globalen Gefahren und Herausforderungen im Gesundheitsbereich weiterführen.


Mehr Finanzmittel für die Gesundheitspolitik
Investitionen aus anderen EU-Programmen für den Gesundheitssektor sollen das Programm EU4Health ergänzen:
• Aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF +) wird der Zugang schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen zur Gesundheitsversorgung unterstützt.
• Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung trägt zur Verbesserung der regionalen Gesundheitsinfrastruktur bei.
• Horizont Europa fördert die Gesundheitsforschung.
• Im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Union (rescEU) werden Lagerbestände für medizinisches Notfallmaterial angelegt.
• Das Programm „Digitales Europa" und die Fazilität „Connecting Europe" tragen zur Schaffung einer digitalen Infrastruktur bei, die für die digitalen Gesundheitsinstrumente benötigt wird.

Quelle: COM(2020) 405 final, 2020/0102(COD), Foto: EU; PM 3-18-2021

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