Bad Bots: Angriffe auf die Gesundheitsbranche

Foto: Website Imperva

Bots sind Computerprogramme, die automatisch bestimmte, sich wiederholende Aufgabe selbständig erledigen, z.B. im Kundenservice. Statista führt etwa die Hälfte des Traffics im Internet auf Bots zurück. Allerdings gibt es nicht nur gute Bots, sondern auch Bad Bots. Und die nehmen sich zunehmend Webseiten aus der Gesundheitsbranche vor.

Die Zeitschrift „Information - Wissenschaft & Praxis" (Verlag Walter de Gruyter GmbH) definiert Bots: „Ganz allgemein lassen sie sich als Software charakterisieren, die entweder automatisch oder unter minimaler menschlicher Einwirkung Befehle ausführt, auf Nachrichten antworten oder Routineaufgaben durchführt. Explizit zu betonen ist dabei, dass ihr Einsatzgebiet das Internet ist und auch automatisierte Accounts in Social Netzworks darunter fallen." Und sie erklärt auch, welche zu den Good Bots und welche zu den Bad Bots gezählt werden: „Dabei werden etwa Chatbots, Crawlers, Transactional Bots und Informational Bots den „Guten" zugeschlagen, während Hackers, Spammers, Scrapers, und Impersonators zu den „Bösen" gezählt werden."

Die Cybersecurtiy-Experten von Imperva hat nun einen Anstieg des Zugriffs von Grafik: StatistaBad Bots auf Healthcare-Webseiten seit September 2020 um 372% beobachtet. Im Februar 2021 habe sich der gesamt Bot-Traffic auf Gesundheits-Webseiten weltweit um 48,8% erhöht, die größte Zunahme seit einem Jahr. Imperva sieht einen Zusammenhang mit der Coronapandemie, weil vermehrt Informationen über Impfstoffe und Impfstrategien über das Netz abgewickelt würden. Dabei würden Bots beispielsweise den Bestand an Impfstoffen abfragen.


Den Schaden, den die Bad Bots anrichten, beschreiben die Experten so:
•Bots verhindern den Zugriff auf Webseiten für die Terminvergabe.
•Bots verursachen soviel Verkehr auf Webseiten, auf denen die Termine gebucht werden können, dass sie darunter zusammen brechen.
•Bots reserviert fälschlicherweise Termine, die sie für Patienten/innen, die dringend auf eine Impfung warten, sperren.


Imperva warnt vor Kriminellen, die diesen Wahnsinn begleiten und nach Möglichkeiten suchen, das Chaos für sich zu nutzen. Tatsächlich habe in den letzten Wochen die Erkundung von Strukturen von Terminwebsites erheblich zugenommen. Das sei ein sicheres Zeichen für zukünftige Attacken.

Foto: Website Imperva, Grafik: Statista; PM 4-14-2021

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