STADA Health Report 2020: Offenheit für digitale Medizin

Foto:  STADA Health Report

Der zweite internationale STADA Health Report* zeigt, eine größere Offenheit für Telemedizin und digitale Medizin - europaweit. Die Bereitschaft, zum Beispiel für eine Diagnose oder Behandlung via Webcam, ist im Vergleich zu 2019 von 54 auf 70 Prozent gestiegen. In Deutschland sind nun 62 Prozent dazu bereit, eine Steigerung um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ist die Bundesrepublik damit immer noch das zweitskeptischste Land in Sachen Tele- und Digitalmedizin - nur Belgier sind noch weniger aufgeschlossen.

Foto:  STADA Health ReportImmerhin: Schulmedizin und Fernbehandlung via Webcam schließen sich nicht aus. 70 Prozent vertrauen der Schulmedizin. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 64 Prozent. Besonders groß ist es in Finnland (85 Prozent), im Vereinigten Königreich (84 Prozent) und in Spanien (82 Prozent).


Foto:  STADA Health Report40 Prozent der Europäer würden eine Gesundheits-App, die die wichtigsten Daten direkt dem Arzt übermittelt, auf dem Smartphone nutzen, um den Gang zur Kontrolluntersuchung einzusparen. Ein dickes Brett haben Mediziner und Datenschützer aber in Deutschland zu bohren: 17 Prozent haben Angst um die Sicherheit ihrer Daten (europaweit: 11 Prozent), 28 Prozent sehen keinen Mehrwert in solch einer App. Großes Misstrauen herrscht auch in Belgien und UK. Hier steigt die Ablehnung mit dem Alter. Während viele der befragten Europäer die digitale Variante von Terminerinnerung (56 Prozent), Befundzettel (53 Prozent) und Impfausweis (52 Prozent) befürworten, ist die Skepsis in Deutschland – aufgrund von Angst um die Datensicherheit (15 Prozent) – und in UK – aufgrund von geringer Notwendigkeit der digitalen Varianten (16 Prozent) – besonders hoch.


Impfpflicht wird befürwortet
Im genauen europäischen Durchschnitt liegen die deutschen Befürworter einer Impfpflicht: 82 Prozent der Bundesbürger würden eine solche begrüßen. Nur 12 Prozent geben an, sie können Impfgegner verstehen und 3 Prozent sagen, sie seien selbst Impfgegner. Dagegen stehen 77 Prozent der Bevölkerung, die Impfgegner verurteilen. Genau jeder Dritte sagt sogar: „Ganz ehrlich: Ich halte Impfgegner für Idioten." Noch offener für eine Impfpflicht sind vor allem Spanier mit 94 Prozent. Weniger Befürworter sind in Österreich (72 Prozent) und der Schweiz (70 Prozent) zu finden. 


Impfpflicht wird befürwortet

Im Corona-Spezial des STADA Health Reports äußern 42 Prozent der Menschen ihre Sorge darüber, dass ein Corona-Impfstoff noch auf sich warten lässt. In Deutschland haben 45 Prozent diese Sorge - nichts bereitet den Deutschen während der Pandemie mehr Kopfzerbrechen. Zum Vergleich: Dass die Liebsten an Corona erkranken und sterben könnten, besorgt 43 Prozent (Europadurchschnitt 50 Prozent). Hier lässt sich in der Bundesrepublik ein deutlicher Geschlechterunterschied ablesen. 49 Prozent der Frauen machen sich Sorgen um Familie und Freunde, aber nur 37 Prozent der Männer. Um einen möglichen Job-Verlust sorgen sich nur 32 Prozent der Bundesbürger, europaweit teilen 40 Prozent diese Angst.

 

Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung während der Pandemie
Außerdem zeigt das Corona-Spezial: 67 Prozent der Deutschen bewerten die medizinische Versorgung während der Corona-Krise als positiv oder sehr positiv. Demgegenüber stehen sieben Prozent Kritiker, der Rest äußert sich neutral. Noch zufriedener sind die Menschen in Spanien (75 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (74 Prozent) - zwei Länder, die mit deutlich höheren Todeszahlen zu kämpfen hatten als die Bundesrepublik. Des Weiteren geben 41 Prozent der Deutschen an, sie hätten nun größeren Respekt vor der Leistung des medizinischen Personals, jeder Fünfte weiß nun mehr zu schätzen, wie wichtig gute Medikamente sind.

 

Die eigenen Gene als "rotes Tuch"
Wie sieht es bei anderen medizinischen Innovationen aus? 48 Prozent der Deutschen können sich beim Blick in die Zukunft vorstellen, die eigenen Gene modifizieren zu lassen. Voraussetzung wäre ein Gentest, der ergibt, dass in wenigen Jahren eine bedrohliche Krankheit den eigenen Körper befallen würde. Die andere Hälfte der Bundesbürger schreckt davor zurück: 13 Prozent sagen, sie würden lieber ernsthaft krank werden, als ihre Gene zu verändern. Jeder Fünfte hätte Angst vor anderen unvorhersehbaren Auswirkungen auf den Körper und ebenfalls 20 Prozent würden einfach hoffen, dass die Krankheit doch nicht ausbricht.

 

*Quelle: STADA Health Report, Repräsentative Online-Studie von Kantar im Auftrag von STADA, Zeitraum: Februar bis März 2020, Stichprobe: Je rund 2.000 Befragte aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Österreich, Polen, Russland, der Schweiz, Serbien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Corona-Spezial: Zeitraum: April 2020, Stichprobe: Je rund 1.000 Befragte aus Deutschland, Italien, Russland, Serbien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Foto: STADA Health Report; PM 6-19-2020

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