Daten von Wearables sollen besser nutzbar werden

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Viele Menschen überwachen selbst ihre Gesundheit – mit Hilfe von Computersystemen, die sie am Körper tragen. Die sogenannten Wearables erfassen viele Daten. Doch oft sind diese für die Medizin nicht zu nutzen. Die Digital Medicine Society hat nun neue Toolkits für solche Sensordaten vorgestellt.

Blutdruck, Herzschlag, Atemfunktion oder Schlafgewohnheiten – Wearables wie Fitnessarmbänder oder Smartwatches messen schon viele Gesundheitsindikatoren. Und es gibt noch weit mehr Sensordaten, die weltweit tagtäglich zustande kommen. Darin steckt viel Potential, die globale Gesundheitsversorgung zu verbessern. Dafür setzt sich beispielsweise die Digital Medicine Society (DiMe) ein.
Sie veröffentlichte gerade neue Sensordaten-Integrations-Toolkits. Dabei handelt es sich um vier umfassende Toolkits, die Datenproduzenten, -verarbeitern und -verbrauchern helfen sollen, die Datenflut zu nutzen, die durch die zunehmende Verwendung von Wearables und digitalen Sensorprodukten entsteht.
Wachstumsmarkt Sensordaten
Die Datenflut der Sensortechnologien übersteigt bei weitem die Fähigkeit der Industrie, diese Daten zu erfassen, zu speichern, zu analysieren, zu schützen und effektiv für die Patientenversorgung und die Forschung zu nutzen. Es wird erwartet, dass die Zahl der US-Patienten:innen, die Geräte zur Patientenfernüberwachung nutzen, bis 2025 auf über 70 Millionen ansteigen wird. Zwischen 2022 und 2028 wird geschätzt, dass der globale Markt für Wearable Technology um 18,5 Prozent wachsen und 380,5 Milliarden Dollar erreichen wird.
Auch in Deutschland nutzen einer aktuellen Umfrage zufolge bereits 30% der Menschen Wearables, also beispielsweise Fitness- oder Gesundheitstracker oder Smartwatches (Quelle Statista). 2021 wurden in Deutschland rund 7,4 Millionen Wearables abgesetzt (Quelle Statista). Laut Prognose könnte allein die Anzahl der Nutzer:innen von Fitness-Apps in Deutschland bis zum Jahr 2024 auf rund 18,3 Millionen ansteigen (Quelle Statista).
Während also die Möglichkeiten, qualitativ hochwertige Sensordaten zu erkennen, die für die klinische Entscheidungen geeignet sind, rapide zunimmt, lässt sich auf diese Daten häufig nicht zuzugreifen, weil sie derzeit von einzelnen Punktlösungen abhängt.
Hier sollen nun die Toolkits der DiMe ansetzen. Ihre Ressourcen basieren auf dem Sensor Data Integrations Projekt, das sich aus führenden Vertretern des Gesundheitswesens von Amazon Web Services (AWS), Oracle, dem Moffitt Cancer Center, Takeda, dem US Department of Veterans Affairs (VA) und anderen zusammensetzt. Die Anwendungen bauen auf den früheren Initiativen von DiMe auf, wie beispielsweise The Playbook, dem grundlegenden Leitfaden für die Entwicklung und den Einsatz digitaler klinischer Maßnahmen zur Verbesserung der Patientenversorgung, der klinischen Forschung und der öffentlichen Gesundheit. Damit soll die Fülle von Sensordaten sowohl die Medizin im Alltag als auch die Forschung verbessern.

Informationen zur Digital Medicine Society: DiMe ist eine globale Non-Profit-Organisation und die berufliche Heimat für alle Mitglieder der digitalen Medizingemeinschaft. Gemeinsam gehen wir die Herausforderungen der digitalen Medizin an, entwickeln Ressourcen in klinischer Qualität innerhalb eines technologischen Zeitrahmens und stellen diese umsetzbaren Ressourcen über Open-Source-Kanäle und Schulungsprogramme zur Verfügung.


Pm 07-19-2022-Wearables; Foto: Screenshot Twitter DiMe

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