Vier Themen, die die Pharma in diesem Jahr beschäftigen werden

Foto: Website BoC

Das Bureau of Communication (BoC) sieht für das Jahr 2021 vier Themenfelder, die CEOs und Executives in Deutschland und Europa beschäftigen werden. Dabei geht es um Transformation & Nachhaltigkeit, Digitalisierung & Remote Management, Leadership & Talent sowie Operations & Sourcing.

1. Transformation & Nachhaltigkeit
Für dieses Themenfeld lassen sich unterschiedliche Namen finden. Die meisten von uns sehen Corona als den Katalysator, der notwendige Transformationen, über die wir schon so lange reden, möglicherweise endlich herbeiführt. Es geht um mehr als um kurzfristige Change Projekte, sondern eher um eine Neuorientierung und die Suche nach einem neuen Purpose. Sinnsuche – übrigens gleichermaßen zu beobachten bei Individuen wie Organisationen. Veraltete Strukturen und Business Modelle zukunftsfähig machen geht nur, wenn man sie strikt nachhaltig ausrichtet. Dabei geht es um einen erweiterten Begriff von Nachhaltigkeit, um gesellschaftliche, ökologische und unternehmerische Verantwortung. Wir erleben einen massiven Wertewandel: das 2020 Gelernte stellt vieles auf den Kopf. Nicht die Technik, sondern die Änderung sozialer Verhaltensformen entscheidet und ohne Nachhaltigkeit ist alles nichts. Vom Schrumpfen in 2020 geht es 2021 über ins Transformieren und Anpassen. Gewinnen wird, wer offen und agil Neues gestaltet. Die Krise als Chance. Nachhaltigkeit als Nordstern. Kurz: Mastering the New.


2. Digitalisierung & Remote Management
Hier geht es darum, den größten Nutzen aus der Digitalisierung zu ziehen, den (durch die Pandemie induzierten) Digitalisierungsschub zu nutzen und smarte, hybride Arbeitsmodelle zu entwickeln. Kein Entweder-oder, sondern empathisch und gleichzeitig effizient die Mitarbeiter einzubeziehen und deren Wünsche mit Unternehmens- und gesellschaftlichen Zielen in Einklang zu bringen. Die Work-Life-Integration anstelle der Work-Life-Balance wird den Diskurs bestimmen. Remote Management und Flexifast verändern eine Unternehmenskultur, die nicht als Arbeiten auf Distanz angelegt war. Digitalisierung führt zu mehr Dezentralität, sowohl in der Organisation als auch in der Entscheidungsfindung – und der Kommunikation. Der Einsatz von Ressourcen wird anders bewertet – auch unter Nachhaltigkeitsaspekten, so dass Geschäftsreisen für interne Meetings wohl eher der Vergangenheit angehören werden. Die virtuelle Kommunikation zu professionalisieren, bleibt eine Herausforderung. Die größten „Blocker" der Digitalisierung sind Kultur und Mindset.


3. Leadership & Talent
Führungskräfte mit IT- und Softwarekenntnissen sind gefragter denn je. Die Autoindustrie steht im Wettbewerb um die besten Ingenieure mit dem Silicon Valley. Diese Skills braucht es beispielsweise auch bei CFOs: das Rechnungswesen, das Controlling und das Treasury werden im hohen Maße digitalisiert. Neue Aufgaben entstehen und alte Aufgaben entfallen, das bestimmt Qualifikationsanforderungen an heutige und zukünftige Mitarbeiter.
Problematisch wird die Suche nach dem richtigen Management: Headhunter haben bei weitem nicht so große Portefeuilles an Talenten, wie sie (oft) vorgeben. Zusätzlich sind die Softskills für Remote - bzw. New Work gefragt, aber leider häufig rar. Ein spezielles Führungsproblem hat der Mittelstand. Hier sind Unternehmensnachfolger*innen verzweifelt gesucht. Wenn die Wirtschaft nach Corona wieder wächst, wird uns die Talentknappheit wieder schmerzlich bewusst werden. Der frühzeitige Aufbau einer „cutting edge" Arbeitgebermarke wird besonders im Mittelstand oft vernachlässigt.


4. Operations & Sourcing
Nichts geht ohne die Globalisierung, doch die Pandemie zeigt, dass weltweite Sourcing-Strukturen problematisch sein können. Zugesagte Lieferungen, die für die just-in-time-Produktion benötigt werden, fallen aus, komplette Fertigungsanlagen stehen still. Demgegenüber steht der altbewährte Trend der Internationalisierung. Man beschränkt seine Fertigungskapazitäten auf den eigenen Kontinent und einen einheitlichen Wirtschaftsraum. Das heißt, man produziert näher beim Kunden und agiert gleichzeitig nachhaltiger.  Eine hohe Flexibilisierung in der Produktion hat sich in der Krise bewährt. Das Ausweichen auf andere, neue Lieferanten, aber auch die Möglichkeit, die Produktion agil umzustellen erhöht die Krisenfähigkeit von Unternehmen. Gewinner ist, wer die Krisenprävention perfektioniert. Statt auf Sicht fahren zählt perspektivisches Denken.

Quelle: BoC Trendanalyse; Foto: Website BoC; PM 1-29-2021

powered by webEdition CMS