Google auf dem Weg in die Pharmaforschung

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Google-Mutter Alphabet investiert in die Arzneimittelentwicklung. Über das Tochterunternehmen DeepMind hat sie Isomorphic Labs gegründet, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) neue Medikamente finden soll.

Unter einem Superlativ geht es nicht: „Die Neuerfindung der Medikamentenentwickulung." So kündigt sich Isomorphic Labs auf seiner Website selbst an. „Wir erfinden den kompletten Entwicklungsprozess eines Arzneimittels von den ersten Prinzipien an mit einem KI-Ansatz neu, um einige der fundamentalen Mechanismen unseres Lebens besser zu verstehen und zu modellieren."

Die Messlatte liegt hoch. Doch die neue Firma kann sich auf den enormen Datenschatz des KI-Spezialisten DeepMind in London stützen. Alphabet hat das Unternehmen 2014 übernommen. Die KI-unterstützte Datenbank AlphaFold hat 3D-Strukturen von den fast 20.000 Proteinen des menschlichen Genoms entwickelt und kann mittlerweile offen von Wissenschaftlern weltweit genutzt werden.


Isomorphic Labs ist allerdings nicht das erste Unternehmen, das auf diese Weise Medikamentenforschung betreiben will. Wie Pharmaphorum meldet, entdecken große Pharmaunternehmen gerade die Technologie zusammen mit Spezialisten wie Exscientia, Insilico Medicine, Deep Genomics, Abcellera oder Valence Discovery.


Mit welcher Strategie sich Isomorphic Labs behaupten will, ist außer den generellen, oben zitierten Statements nicht bekannt. Demis Hassabis, der DeepMind gegründet hat und dort genauso Chef wie bei Isomorphic Labs ist, muss jedenfalls erst noch geeignete Experten aus den Bereich Biologie, medizinische Chemie, Biophysik und Engineering finden. Zudem will er Allianzen mit Pharma- und Biotech-Firmen schnüren. Zudem erkennt Hassabis durchaus die Herausforderungen. Biologie sei „viel zu komplex und chaotisch, um sie in ein einfaches Set aus sauberen mathematischen Gleichungen einzukapseln".

Foto: Website Isomorphic Labs; PM 11-10-2021

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