Zusammenarbeit von GSK mit der University of California

GlaxoSmithKline (GSK) und die University of California arbeiten für fünf Jahre zusammen. Beide wollen ein Labor für Genomforschung (LGR) aufbauen. Dort soll untersucht werden, wie Genmutationen Krankheiten verursachen und mit neuen Technologien sollen neue Arzneimittel entwickelt werden. Die Vision ist es, Technologien der nächsten Generation zu entwickeln, die künftig zum Standard für die Pharmaindustrie werden.

Das LGR stellt ein neuartiges Hybridmodell dar, das industrielle und akademische Forscher unter einem Dach zusammenbringt und gemeinsam und unabhängig an Projekten arbeitet. Die Ergebnisse dieser Forschungsprojekte werden sich auf Technologien, neue Wirkstofftargets und biologische Mechanismen konzentrieren, die sowohl den akademischen als auch den industriellen Fortschritt fördern sollen.

 


Denn die Flut an Informationen aus der Humangenetik "zwingt" Wissenschaftler dazu, leistungsstarke Tools zu verwenden, um zu verstehen, warum kleine Änderungen des Erbguts eines Menschen das Risiko von Krankheiten erhöhen können (funktionelle Genomik). Das Tool CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) in der funktionalen Genomik ermöglicht dies - und zwar in einem Maßstab, der einst für unmöglich gehalten wurde. Durch diese Forschung können Wissenschaftler neuartige Therapien entdecken und entwickeln, bei denen eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie zu Medikamenten werden, betonen die beiden Partner.


 


Das Labor wird innerhalb der fünf Jahren mit bis zu 67 Mio. US-Dollar gefördert, die Einrichtungen umfassen 24 von GSK finanzierten Vollzeit-Universitätsangestellte und bis zu 14 Vollzeit-GSK-Mitarbeiter. Das Labor mit Schwerpunkt auf Immunologie, Onkologie und Neurowissenschaften wird in der Nähe des UCSF Mission Bay-Campus in San Francisco angesiedelt sein. Die Gruppe für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen von GSK wird auch an der Erstellung der erforderlichen Computer-Pipelines zur Analyse aller Daten beteiligt sein. Das LGR zielt darauf ab, bestehende CRISPR-Ansätze zu automatisieren, damit diese Arbeiten in großem Maßstab durchgeführt werden können. Das visionäre Ziel ist es, das Verständnis der Genetik zu vertiefen und neue Ziele zu entdecken sowie Technologien der nächsten Generation zu entwickeln, die künftig zum Standard für die Pharmaindustrie werden.


 


Die Zusammenarbeit wird auf den bestehenden Kooperationen von GSK mit Unternehmen wie 23andMe aufbauen, die genetische Informationen in großem Maßstab liefern. Durch die Anwendung künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens zur Identifizierung von Zusammenhängen zwischen genetischen Varianten und Krankheiten können Forscher diejenigen Patienten für klinische Studien auswählen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, wodurch der Arzneimittelentwicklungsprozess auch noch einmal beschleunigt werden soll.


 


Hintergrund:
Das Labor LGR ist von Prof. Jennifer Doudna von der University of California Berkeley (UCB), einer Miterfinderin der CRISPR-Technologie, und dem Howard Hughes Medical Institute (HHMI) Investigator ins Leben gerufen worden. Mit im Team sind auch Prof. Jonathan Weissman, Universität von Kalifornien, San Francisco (UCSF), ein Pionier der CRISPR-Screening-Technologie und HHMI Investigator und Dr. Hal Barron, Chief Scientific Officer und President, R & D, GSK.


Die Zusammenarbeit wird von einem gemeinsamen Lenkungsausschuss mit einer ausgewogenen Vertretung der Universität und der GSK geregelt, wobei zusätzliche gemeinsame Unterausschüsse für Patente, wissenschaftliche und Projektmanagement zuständig sind. Prof. Doudna und Prof. Weissman werden zusammen mit Dr. Chris Miller, dem neuen Leiter für funktionelle Genomik bei GSK, der gerade von AbbVie zu GSK gestoßen ist, Mitglieder des Joint Steering Committee sein. Dies baut auf der Arbeit des Innovative Genomics Institute (IGI) auf, einem separaten gemeinnützigen Forschungszentrum der UC Berkeley / UCSF, das von Prof. Doudna und Prof. Weissman geleitet wird und dessen Aufgabe es ist, CRISPR zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit einzusetzen.


Mehr dazu auf YouTube unter:
https://www.youtube.com/watch?v=qnzSeXy6zSY&feature=youtu.be&rel=0

19.06.19

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