Apotheken-Versandhandel: Gedämpfte Entwicklung im ersten Quartal 2019

Der Umsatz des gesamten Versandhandels mit rezeptfreien Produkten hat sich nur noch um knapp 3% auf 503 Mio. Euro bzw. knapp 45 Mio. Packungen erhöht. Die Mengenentwicklung liegt damit im Bereich einer "roten Null" (-0,6%). IQVIA zufolge hat der Apotheken-Versandhandel mit rezeptfreien Produkten - Arznei- und Gesundheitsmitteln, Kosmetika, Produkten zur Ernährung und zum medizinischen Sachbedarf - zwar in und nach Deutschland auch im Jahr 2018 seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Aber nur noch im höheren und der Absatz im mittleren einstelligen Bereich (+8%/+6%). In den Vorjahren war der Anstieg noch zweistellig.

Das elektronische/telefonische Bestellgeschäft schneidet im Vergleich zu den Vorort-Apotheken "deutlich besser ab": Im Versand wächst der Umsatz um gut 3%, während bei Vor Ort um 1%. Dass es im Versandhandel besser läuft, erklärt IQVIA durch neue, höherpreisige Produkte und tendenziell größere Packungen, die über den Versand oftmals günstiger angeboten werden. Für den Gesamtmarkt rezeptfreier Produkte (Apotheken und Versandhandel) ergibt sich im Jahr 2018 eine Umsatzsteigerung von fast 4% bei einem Mengenwachstum von knapp 2%.

 


Außerdem können immer mehr Segmente aus dem rezeptfeien Markt mit einer breiteren Produktpalette online bestellt werden. Zumal oftmals günstiger - auch hochpreisige Produkte - und zunehmend mehr Produktformen und Packungsgrößen. Auch haben sich die Lieferzeiten deutlich verkürzt. Diese und weitere Verbesserungen von Service-Merkmalen kommen bei den Verbrauchern gut an, so dass die elektronische Bestellung von Produkten aus der Apotheke inzwischen einen üblichen Einkaufsweg darstellt. Das betrifft die Bestellung von Medikamenten für den Akutbedarf oder zur Vorsorge sowie Produkte aus anderen Bereichen wie der Apothekenkosmetik. Experten konstatieren in diesem Zusammenhang ein wachsendes Vertrauen in Online-Bestellungen beim Apotheken-Versandhandel.


 


Von den insgesamt 13,8 Mrd. Euro Umsatz (zu effektiven Verkaufspreisen) mit rezeptfreien Produkten entfallen im Jahr 2018 auf den Versandhandel knapp 1,9 Mrd. Euro bzw. fast 14%. Die achtprozentige Umsatzsteigerung dieses Vertriebskanals entspricht einer Erhöhung des Marktanteils um knapp einen Prozentpunkt.


 


Der größte Umsatz- wie auch Mengenanteil entfällt im Versandhandel mit 77% bzw. 79% nach wie vor auf OTC-Arznei- und Gesundheitsmittel. Dieser Bereich wächst um knapp 8% nach Wert und um 6% nach Menge. Die größte Steigerung verzeichnet hier unter den 10 umsatzstärksten Teilbereichen die Gruppe der Vitamine einschließlich Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln (Umsatz: +14%, Absatz: +11%), gefolgt von Beruhigungs- und Schlafmitteln (+9%/+7%) sowie Präparaten für den Verdauungstrakt (+8%/+6%).


 


Den zweitgrößten Anteil vereint wie schon im Vorjahr das Segment der Produkte zur Körperpflege und Kosmetik (16%/14%) auf sich, gefolgt von Artikeln des medizinischen Sachbedarfs (Tests, Messinstrumente usw., je 5%) und Ernährungsprodukten (je 2%).


 


Den größten Zuwachs verbuchen im Versandhandel, wie schon im Vorjahr, wenn auch auf niedrigerem Niveau, Produkte aus dem Bereich Apothekenkosmetik und Körperpflege (Umsatz: +10%, Absatz +6%). U.a. liegt das daran, dass Unternehmen zunehmend in Internet-Werbung investieren und die Online-Auftritte professionalisieren. Im Bereich Körperpflege spielen soziale Medien eine verstärkte Rolle, indem etwa Bloggerinnen Produkte empfehlen, beobachtet IQVIA.


 


Bei der Online-Werbung wird die Zusammenarbeit zwischen Versandhändlern und Industrie weiter professionalisiert. Werbeformate bei den Versendern sowie die Präsenz in Webshops gewinnen an Bedeutung. Zudem investierten Versender verstärkt in Werbekampagnen über verschiedene Kanäle.

28.06.19

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