Härtere Kontrollen von Übernahmen in der Pharmabranche

Foto: Website FTC

Die US Federal Trade Commission (FTC) will das Verfahren zur Beurteilung von Übernahmen und Fusionen in der pharmazeutischen Industrie überprüfen. Man wolle einen „aggressiveren" Ansatz finden. Dazu sichert man sich Verbündete und peilt ein gemeinsames Vorgehen an.

Rebecca Kelly Slaughter ist Chefin der FTC. Am 16.3. sagte sie, dass ihre Behörde „ein aggressives Vorgehen wählen wolle, um wettbewerbsfeindliche Zusammenschlüsse in der Pharmabranche anzugehen". Die bisher geübte Praxis sei viel zu eng angelegt. Man habe sich auf Produkte und Pipeline der bei fusionierenden Unternehmen konzentriert, was aber nicht alle Effekte eines solchen Deals abdecke. Dabei wies sie auf ihre abweichende - und kritische - Meinung zu Zusammenschlüssen wie Upjohn und Milan, AbbVie und Allergan sowie die Übernahme von Celgene durch Bristol Myers Squibb hin.

Bei ihrer Neuausrichtung sucht die FTC Unterstützung bei Wettbewerbsbehörden in der EU, Großbritannien und Kanada. Gemeinsam wurde jetzt eine Working Group gegründet, die die Art der Analyse von pharmazeutischen Fusionen überprüfen und aktualisieren sowie daraus direkte Maßnahmen ableiten soll. Beispielsweise geht es darum, wie sich Fusionen auf die Wettbewerbssituation und die Preisbildung bei Medikamenten auswirken.


Slaugther kämpferisch: „Die großen finanziellen Volumen von Zusammenschlüssen in der Pharmabranche gepaart mit sprunghaft gestiegenen Medikamentenpreisen und zunehmenden Bedenken über die wettbewerbsfeindliche Verhaltensweise der Industrie, müssen uns zu einem Umdenken bei der Bewertung pharmazeutischer Fusionen bringen.

Foto: Website FTC; PM 3-25-2021

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