EU-Kommission hat den Pharmadialog gestartet

Foto: Website ec.europe.eu

Nur drei Monate nachdem sie ihre Arzneimittelstrategie vorgestellt hat, startet die EU-Kommission heute den Pharmadialog (The structured dialogue initiative). Ganz oben auf der Agenda: Wie können Produktion und Lieferketten robuster und effizienter werden? Das hohe Tempo und die hochrangige Besetzung des Treffens zeigen: Versorgungssicherheit hat Priorität.

Am 25. November 2020 hat die EU-Kommission ihre Arzneimittelstrategie vorgestellt. Sie ist ein wesentlicher Eckpfeiler der europäischen Gesundheitspolitik der kommenden Jahre. Die Kommission verfolgt das Ziel, die Arzneimittel-Versorgung nachhaltig zu sichern und verlässlicher zu machen.

In Rekordtempo hat die EU-Kommission nun den angekündigten Pharmadialog angestoßen. Das erste Treffen hat am 26. Februar 2021 stattgefunden. Teilgenommen haben die Kommissare Stella Kyriakides (Gesundheit) und Thierry Breton (Binnenmarkt) sowie Margaritis Schinas, Vizepräsidentin für Promoting our European Way of Life, Vertreter des Europäischen Parlaments und des portugisischen Ratsvorsitzes sowie verschiedener Organisationen. Außerdem waren Vertreter u.a. folgender Pharmaunternehmen anwesend: Merck KGaA, AstraZeneca, Fresenius Kabi, Novo Nordisk, Sandoz Europe, Sanofi, Merck Group, Pfizer und Teva Pharmaceuticals


Das Ziel die Stärkung von Produktion und Lieferketten sei aber nur zu erreichen, wenn man das System der Ausschreibungen verändere, behaupte Pro Generika. Bei der Vergabe dürfe es nicht mehr nur um den günstigsten Preis gehen. Auch Maßnahmen für robustere Lieferketten müssten berücksichtigt werden. Das könne eine zweite Wirkstoffquelle sein, ein europäischer Wirkstoffhersteller oder die Diversifizierung der Zulieferer. Auch dürften Exklusiv-Verträge nicht länger möglich sein, denn sie würden Engpässe begünstigen. Das Tempo, mit dem die EU-Kommission den Pharma-Dialog initiiert hat, zeigt laut Pro Generika: Sie hat verstanden, wie wichtig es ist, endlich konkrete Maßnahmen zu ergreifen.

Foto: Website ec.europe.eu; PM 3-4-2021

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