Der OTC-Markt schwächelt

Grafik: Sempora

Wie hat sich der OTC-Markt unmittelbar vor und während der aktuellen Coronapandemie entwickelt? Eine Analyse zeigt, dass der OTC-Umsatz seit Jahresbeginn unter dem Vorjahresniveau sowie unter Vor-Corona-Niveau liegt.

Sempora Consulting hat auf Basis von wöchentlichen Paneldaten von Insight Health für die stationären Apotheken sowie von DatamedIQ für den Apothekenversandhandel, die aktuelle Situation berechnet. Ergebnisse:

1. Deutlicher Rückgang zum Vorjahr: Der OTC-Markt zeigte sich in den ersten 15 Wochen 2021 mit -17% (Sell-out, rAVP) deutlich schwächer als in 2020, der zu diesem Zeitpunkt stark von den Hamsterkäufen nach dem ersten Lockdown im März profitiert hat
2. Insbesondere die stationären Apotheken (-19%) sind rückläufig, aber auch in geringerem Maße die Versandapotheken (-7%)
3. Ebenso fällt der Umsatzrückgang im vor-Corona Vergleich zu 2019 mit -11% zweistellig aus
4. Bremse Cough & Cold: Einbruch der Nachfrage nach klassischen Erkältungskategorien (-65% bis -73% vs. 2020) belastet den Gesamtmarkt – Folgeeffekte sind sinkende Kundenfrequenz und ausbleibende Verbundkäufe zu anderen OTC-Produkten
5. Positive Entwicklung in der Produktgruppe Vitamine und Mineralstoffe verdeutlicht anhaltend hohe Bedeutung präventiver Selbstmedikation
6. Damit zeichnen sich zunehmend strukturelle Verschiebungen innerhalb der OTC Landschaft für post-Corona durch veränderte Konsumentenbedarfe und -präferenzen ab.
Grafik: Sempora


Die Folgen davon beschreibt Sempora so:
Die Pandemie hat gezeigt, dass sich Konsumentenpräferenzen und der generelle Bedarf an bestimmten Produktgruppen nachhaltig verändern werden. Dies erfordert sowohl die Überprüfung der Rolle von Kategorien im Portfolio als auch eine Neubewertung der strategischen Markenprioritäten sowie eine frische Perspektive auf die Prioritäten im Business Development.


Bestehende Veränderungen der Tektonik im Apothekenkanal werden durch Corona beschleunigt: Weitere Gewinne des Versand-handels, zugleich Konzentration der Apothekenlandschaft auf eine geringere Anzahl und stärkerer Unternehmer-Apotheken mit neuen (digitalen) Partnerschaften. Geboten ist eine Überprüfung der Channel-Strategie und die Entwicklung passender Konzepte je Kanal, die der veränderten Patient Journey Rechnung tragen.


Veränderte Konsumenten-präferenzen und coronabedingt beschleunigte Zunahme der Internetapotheken verändern die Preiswahrnehmung von Verbrauchern und Patienten. Das Setzen der richtigen Preispunkte wird komplexer und erfordert die Berücksichtigung der Preissensitivitäten von Konsumenten sowie eine kluge Margensteuerung Richtung Vertriebspartner – stationär wie online.

Quelle: Sempora - Corona: Update OTC-Markt #7; Grafik: Sempora; PM 5-7-2021

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