Förderung der Forschung und Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2

Foto: Titel Broschüre Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Bekanntmachung der „Richtlinie für ein Sonderprogramm zur Beschleunigung von Forschung und Entwicklung dringend benötigter Impfstoffe gegen SARS-CoV-2" veröffentlicht. Das Sonderprogramm ist Teil des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung und bedient insbesondere das Handlungsfeld 1: „Forschungsförderung – Krankheiten vorbeugen und heilen". Insgesamt hat das Programm einen Umfang von 383 Mio. Euro im Jahr 2020. Anträge können bis zum 15. Juli 2020 eingereicht werden (https://foerderportal.bund.de/).

Gefördert werden Einzelvorhaben der forschenden pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie:
• Die klinische Impfstoffentwicklung der Phasen I – III. Dabei muss die klinische Entwicklung auf Impfstoffkandidaten gegen SARS-CoV-2 aufsetzen, für die die präklinische Entwicklung soweit fortgeschritten ist, dass mit ersten klinischen Prüfungen möglichst vor dem 15. November 2020 begonnen werden kann.
• Die frühzeitige Ausweitung der Herstellungs- und Abfüllkapazitäten (auch durch Auftragsvergabe). Dabei muss der Aufbau bzw. Ausbau eigener Herstellungs- und Abfüllkapazitäten des Zuwendungsempfängers in Deutschland erfolgen. Hierzu zählen insbesondere Vorarbeiten und Beschaffungsprozesse, die im Hinblick auf eine nahtlose Aufnahme der jeweils folgenden Prüfphase notwendig sind sowie Vorarbeiten und Beschaffungsprozesse, die in der klinischen Entwicklung vor der Zulassung anfallen und zur Ausweitung und Sicherung der Produktionskapazitäten bereits parallel zur Zulassung und danach notwendig sind (z.B. Kosten für Abfüllkapazitäten).
• Die Ausweitung der Kapazitäten der klinischen Prüfung in Deutschland. Dazu zählt insbesondere der Einschluss zusätzlicher Probanden in die klinischen Prüfungen der Phasen II-III.

Wer die Förderung kassieren will, muss einige Auflagen erfüllen. Z.B. müssen einschlägige Vorarbeiten bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 ausgewiesen und die vorklinische Prüfung der zur Weiterentwicklung vorgeschlagenen Impfstoffkandidaten möglichst abgeschlossen sein, die Dokumentation einer wissenschaftlichen Beratung vorliegen, die strukturellen, regulatorischen und finanziellen Voraussetzungen zur Durchführung des Vorhabens sowie der Besitz der erforderlichen Schutzrechte nachgewiesen werden. Weiterhin sind die Antragstellenden verpflichtet, über die für klinische Prüfungen geltenden gesetzlichen Bestimmungen hinaus die jeweils gütligen, den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und den Stand der Technik enthaltenden nationalen, europäischen und internationalen Standards für die Planung, Durchführung und Berichterstattung von klinischen Prüfungen einzuhalten.


Außerdem gibt es Auflagen für die Publizierung von Forschungsergebnissen und Orginaldaten. „Es wird zudem erwartet, dass auch ein angemessener Anteil der Produktion eines zugelassenen Impfstoffes für die bedarfsgerechter Versorgung in Deutschland zugänglich gemacht wird."


Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse auf der Basis einer Meilensteinplanung gewährt. Die Auszahlung der Fördermittel erfolgt also in Zahlungstranchen. Abweichend von den in der Kostenförderung üblichen Regelungen ist vorgesehen, in der Regel eine initiale Zahlung zum Vorhabenbeginn zu gewähren und weitere Zahlungen von der Erreichung von Meilensteinen abhängig zu machen.

Quelle: https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3035.html; Foto: Titel Broschüre Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung; PM 6-16-2020

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