Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke 2020

Grafik: IQVIA

Der Umsatz mit Nahrungsergänzungsmitteln aus der Apotheke stieg zwischen 2017 und 2020 um durchschnittlich 5,1 % und erreichte im Jahr 2020 einen Wert von knapp 2,3 Mrd. Euro zu effektiven Verkaufspreisen (EVP). Im Einjahreszeitraum April 2020 bis März 2021 stagniert der Umsatz.

Im COVID-19-Krisenjahr 2020 hatten sich zwar die Verbraucher recht stark mit rezeptfreien Mitteln aus Apotheken bevorratet; dies galt jedoch auch bereits im ersten Quartal 2020, kurz vor dem ersten Lockdown. Im Jahr 2019 wurden manche Produkte stärker, andere schwächer nachgefragt. Herz-/Kreislaufmittel und Schmerzmittel bspw. etwas mehr, Vitamine/Mineralstoffe/Nahrungsergänzungsmittel etwas weniger als in 2020.

Verbraucher nutzen vermehrt den elektronischen Bestellweg: Im Jahr 2019 erreichte bereits jede fünfte Packung von Nahrungsergänzungsmitteln den Verbraucher per Versand. n 2020 ist der Mengen-und Umsatzanteil über den Versandhandel weiter gestiegen, wozu auch maßgeblich die COVID-19-Pandemie beitrug, indem Verbraucher anstelle von Käufen in der Vorortapotheke über den elektronischen Bestellweg orderten: 21% der Menge und 24% des Umsatzes im Jahr 2019, 26% der Menge und 29% des Umsatzes im Jahr 2020.


Mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes von 2,3 Mrd. Euro entfällt im Jahr 2020 auf die Gruppe der Mineralstoffe & Vitamine. Den höchsten Zuwachs verbuchen Tonika / Geriatrika /Immunstimulanzien (+12%), gefolgt von Vitaminen/Mineralstoffen und Mitteln zur Haarpflege (je +11%).


Grafik: IQVIAInnerhalb der großen Gruppe Mineralstoffe und Vitamine erreichen im Jahr 2020 Vitamin C-Präparate (Monoprodukte) den höchsten Umsatzzuwachs (+42 %). Auch weitere Vitaminkategorien wie etwa Kombinationen aus Vitamin A und D oder Vitamin C-Kombinationsprodukte wachsen zweistellig.2 Ebenso gilt dies für einige Mineralstoffprodukte, z. B. Zinkpräparate. Diese Produkte dienen der Unterstützung des Immunsystems und körpereigener Abwehrkräfte. Dass si ein 2020 einen solchen Boom erfuhren, dürfte mit der COVID-19-Pandemie zusammenhängen. Verbraucher versprachen sich durch die Einnahme der Präparate einen gewissen Infektionsschutz.


Im Verlauf des Jahres 2020 hat sich unter dem Einfluss der COVID-19-Pandemie die Nachfrage nach bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln verstärkt.  Die Grafik: IQVIAquartalsweise Umsatzentwicklung der fünf wachstumsstärksten Gruppen – Magnesiumpräparate, Vitamin A + D-Kombinationen, B-Vitamine (Mono), Eisenpräparate und Vitamin B-Kombinationen – zeigt Zuwächse über alle Quartale, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt. Dabei hielt der Boom bei Vitaminen durchgängig an, während Mineralstoffpräparate vor allem im ersten Quartal nachgefragt wurden.


Auf die führenden drei Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln im Apothekenmarkt des Jahres 2020 entfällt in Summe ein Umsatzanteil von knapp 16 %. An 1. Stelle rangiert Orthomol, gefolgt von Procter & Gamble sowie Verla Pharm.

Quelle: Quelle: IQVIA Consumer Report Apotheke; Umsatz in Mio. Euro zum effektiven Verkaufspreis (EVP); Grafik: IQVIA; PM 6-17-2021

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