Versorgung mit Arzneimitteln: PKV beschleunigt Markteinführung innovativer Medikamente

Quelle: WIP

Eine Untersuchung* des Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP) will die Unterschiede in der Arzneimittelversorgung zwischen GKV und PKV als Folge der erheblichen Einflussnahme der GKV über verschiedene Akteure (Pharmaunternehmen, Ärzte, Apotheken, Patienten) und auf unterschiedlichen Ebenen (zentral, KV-Regionen) verdeutlichen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgung mit neuen Medikamenten, wobei sich die PKV als Innovationsmotor bei neuen Medikamenten versteht. Bemerkenswert ist laut Untersuchung: Bei Medikamenten ohne Zusatznutzen - laut der Bewertung des G-BA - steigen nach Abschluss der Nutzenbewertung und der Preisverhandlungen die Verordnungszahlen in der GKV deutlich, während sie in der PKV tendenziell zurückgehen.

Das WIP hat die Nutzung neuer Medikamente in den ersten vier Jahren nach ihrer Zulassung analysiert und dabei die Marktanteile der Privaten Krankenversicherung (PKV) und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ausgewertet. Die Daten zeigen ein zurückhaltendes Verordnungsverhalten der Ärzte bei GKV-Versicherten, wogegen Privatversicherte direkt ab dem ersten Jahr Zugang zu den neu zugelassenen Arzneimitteln erhalten. Damit erweise sich die PKV als Motor zur Markteinführung innovativer Medikamente.
Quelle: WIP

Untersucht wurden die neu zugelassenen Medikamente des Jahrgangs 2014 in ihren ersten vier Jahren bis 2017. Im Jahr der Zulassung lag der PKV-Marktanteil hier bei 33,1 %. Im zweiten und dritten Jahr betrug er etwa 15 % und im vierten Jahr erreichte er schließlich mit 10,4 % den PKV-Bevölkerungsanteil von 11 % der Versicherten. Somit dauert es im Schnitt bis zu vier Jahre, bis neue Medikamente vollständig in der Versorgung der GKV angekommen sind.


Da die absoluten Verordnungsmengen in der PKV tendenziell stabil bleiben, zeige der sinkende PKV-Marktanteil quasi spiegelbildlich die nach 3 bis 4 Jahren wachsenden Verordnungszahlen in der GKV, bis ihr Marktanteil sein Normalmaß erreiche. Das zögerliche Verordnungsverhalten der Ärzte bei gesetzlich Versicherten ändere sich schrittweise erst nach der offiziellen Festlegung des Zusatznutzens und des Erstattungsbetrages. Danach steige die Rechtssicherheit für Ärzte und damit auch die Verordnungszahlen für neue Medikamente für GKV-Versicherte.


Der schnellere Zugang zu neuen Medikamenten zeigt sich bei Privatversicherten über alle Zusatznutzenkategorien laut der Bewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Bemerkenswert: Bei Medikamenten ohne Zusatznutzen steigen nach Abschluss der Preisverhandlungen die Verordnungszahlen in der GKV deutlich, während sie in der PKV tendenziell zurückgehen.


Quelle: WIPDie Unterschiede in der Arzneimittelversorgung zwischen GKV und PKV sind laut Bericht die Folge der erheblichen Einflussnahme der GKV auf die Arzneimittelversorgung über verschiedene Akteure (Pharmaunternehmen, Ärzte, Apotheken, Patienten) und auf unterschiedlichen Ebenen (zentral, KV-Regionen). Für die PKV würden diese Vorgaben nicht gelten, dort seien allein medizinische Kriterien maßgebend.


Die Analyse basiert auf Arzneimittelabrechnungsdaten von PKV-Unternehmen, die 88 Prozent des PKV-Marktes repräsentieren, sowie auf Daten des GKV-Arzneiverordnungs-Reports und von Insight Health.

*Quelle: WIP-Studie, Arzneimittelversorgung der Privatversicherten 2019, Zahlen, Analysen, PKV-GKV-Vergleich; Foto/Grafik: WIP; PM 7.1.2019

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