Rekord-Budget für FuE in 2021

Grafik: VCI

Innovationen bringen Chemie und Pharma erfolgreich durch die Corona-Krise. Dieses Fazit zog Thomas Wessel, Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung im Verband der Chemischen Industrie (VCI). Die Corona-Pandemie habe zwar Spuren in Forschung und Entwicklung (FuE) der chemisch-pharmazeutischen Industrie hinterlassen. Doch die Branche setze weiter auf innovative Produkte und Verfahren als Garant für ihre Wettbewerbsfähigkeit: Die FuE-Budgets 2020 sind um rund 2,5% auf 13,7 Milliarden Euro gestiegen.

Um die negativen Folgen der Corona-Pandemie auf die Forschungsbudgets zu mildern, hat nach Angaben des VCI knapp die Hälfte der Chemie- und Pharmaunternehmen die Laufzeiten von FuE-Projekten gestreckt. 27% der Unternehmen haben ihre Forschungsvorhaben später gestartet. Aber nur vereinzelt wurden Projekte gestrichen (16%) und noch seltener Innovationsaktivitäten ganz aufgegeben. Eine solch einschneidende Maßnahme betraf nur 3 Prozent der Unternehmen.

Für Wessel ist besonders erfreulich, dass die Unternehmen die Zahl ihrer Beschäftigten in den Forschungsabteilungen konstant halten konnten. Zuletzt waren rund 45.000 Menschen in den FuE-Abteilungen tätig, das sind knapp 10% aller Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie.


Eine VCI-Mitgliederumfrage hat ergeben, dass 53% der Firmen planen, ihre FuE-Tätigkeiten konstant zu halten. Über ein Drittel will seine Forschungsarbeiten ausdehnen. Für 2021 rechnet der VCI daher mit einem Ausgabenrekord in Höhe von 14 Milliarden Euro für Forschungsprojekte.


Allerdings beklagt die Industrie einmal mehr die politischen Rahmenbedingungen. „Gerade mit Blick auf den Green Deal der EU sehen viele Firmen unserer Branche schwarz, wenn es um Innovationen geht", warnte Wessel. In der VCI-Mitgliederumfrage bewertet fast die Hälfte (47%) der Unternehmen die geplanten Regulierungen im Rahmen des Green Deals als stark innovationshemmend. Und immerhin ein Drittel empfindet die Vorhaben noch als schwaches Hemmnis. Und natürlich hapert es auch bei den staatlichen Anreizen für höhere FuE-Ausgaben: So schätzt fast ein Drittel der befragten Unternehmen die Förderprogramme als zu niedrig finanziert oder zu bürokratisch ein.


Mit Blick auf den immer stärker werdenden weltweiten Wettbewerb der Forschungsstandorte forderte Wessel für Deutschland ein Innovationspaket. Es reiche nicht aus, die Forschung der Unternehmen nur wohlwollend zu betrachten. „Erforderlich sind auch dauerhaft hohe Investitionen des Staates in Forschung und Entwicklung, Planungssicherheit für Unternehmen und eine generelle Technologieoffenheit." Als konkrete Maßnahmen der künftigen Bundesregierung erwartet Wessel beispielsweise, die Forschungszulage auf ein internationales Niveau auszubauen, um höhere FuE-Aufwendungen von Industrie und Wirtschaft zu generieren. Die Rahmenbedingungen für Wagniskapital müssten ebenfalls verbessert werden, um Investitionen in Deutschland zu ermöglichen.


Und auch der Bildungssektor müsse durchstarten, um einem weiteren Fachkräftemangel vorzubeugen. Hier verwies Wessel auf eine aktuelle VCI-Mitgliederumfrage: Fehlende personelle Ressourcen werden von 27% der Chemie- und Pharmaunternehmen als starkes oder sehr starkes Hemmnis wahrgenommen. Um Abhilfe zu schaffen, müsse der Staat mehr Geld in Bildung investieren, mehr und besseren naturwissenschaftlichen Schulunterricht anbieten und die Qualität der Hochschulausbildung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften steigern.

Grafik: VCI; PM 9-14-2021

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