LA-PHARM 2020: Reichweitendaten für die Apotheken-Fachpresse

Grafik: LA-MED

Die Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e.V. hat die Ergebnisse der LA-PHARM 2020 veröffentlicht. Die Reichweitenstudie der pharmazeutischen Fachpresse wird alle drei Jahre erhoben und liefert einen Marktüberblick über das Mediennutzungsverhalten von Apothekern und PTA. In diesem Jahr musste die Untersuchung, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut IFAK, an die besonderen Rahmenbedingungen angepasst werden: Die mündliche, persönliche Befragung in den Apotheken begann im Januar, wurde im April und Mai dann wegen der Corona-Situation unterbrochen und konnte anschließend bis Ende August abgeschlossen werden. So wirft die Studie auch ein Schlaglicht auf Veränderungen während der „Corona-Monate".

Insgesamt haben 937 Apothekenleiter, approbierte angestellte Apotheker und PTA in persönlich-mündlichen Interviews Auskunft gegeben über ihr Mediennutzungs- und Leseverhalten, über ihre Präferenzen im Hinblick auf berufliche Fortbildung und über die Rolle von Aktivitäten und Angeboten digitaler bzw. Online-Medien rund um den Apothekenalltag. Die repräsentative Markt-Media-Studie ermöglicht es den Werbetreibenden mit dieser Datenfülle, ihre multimediale Kommunikation mit den Fachzielgruppen Apotheker/PTA zielgerichtet, effizient und differenziert zu gestalten.


Grafik: LA-MEDFachzeitschriften bleiben Nr.1 in der Apotheke, Persönliches und Digitales ergänzt
Apotheker und PTA informieren sich nach wie vor sehr vielfältig, in der Top-Position finden sich konstant die pharmazeutischen Fachzeitschriften, genutzt von 99,5% der Zielgruppe. Dahinter reihen sich sechs weitere Informationsquellen, die im beruflichen Kontext von über 80% des Apothekenfachpersonals genutzt werden: Kollegengespräche (96,8%), Fortbildungsveranstaltungen (94,5%), Online-Medien (90,8%), der Außendienst (90,9%) sowie Aussendungen (89,9%) der Pharmaindustrie und Fachbücher (85,8%). Weitere online-basierte Informationsangebote werden ebenfalls jeweils von rund zwei Dritteln genutzt.


Acht pharmazeutische Fachtitel – thematisch jeweils vier auf Apotheker, vier auf PTA fokussiert – haben sich in der LA-PHARM 2020 dem Votum ihrer Leser gestellt. Im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2017 verzeichnen fast alle Titel leichte Reichweitenrückgänge um durchschnittlich rund 2,5 Prozentpunkte. „Reichweitenveränderungen in dieser geringen Größenordnung über eine Zeitspanne von 3 Jahren sind schwierig zu interpretieren, da viele Faktoren Einfluss haben können: Marktveränderungen, Titelveränderungen aber eben auch Verhaltensveränderungen der Zielgruppe. In diesem speziellen Fall kann zudem ein „Corona-Einfluss" nicht ausgeschlossen werden. Denn wir sehen im Vergleich der Interviews vor und nach der Pause durchaus Unterschiede und eine verstärkte Tendenz zu online-basierten Medien", erläutert Sören Winzer, Member of the Management Board und Teamleiter Media & Communication bei IFAK, die Ergebnisdaten der von ihm betreuten Studie.


„Dies deckt sich mit unseren Beobachtungen der letzten Monate", ergänzt Kornelia Wind, Leitung Media des Deutschen Apothekerverlags und LA-MED-Projektgruppenleiterin LA-PHARM, „Die Online-Angebote für pharmazeutisches Fachpersonal verzeichnen seit März insgesamt deutlich höhere Nutzungszahlen. Nun freuen wir uns über die Bestätigung durch die LA-PHARM 2020, dass Apotheker und PTA ihre Fachzeitschriften sehr schätzen und nutzen." Die hohen Leser-Blatt-Bindungswerte der LA-PHARM-Titel – 84,4% der Zielgruppe würde wenigstens einen der Titel sehr vermissen, würde er nicht mehr erscheinen – sind ein weiteres Indiz für die große Relevanz und Akzeptanz der Fachzeitschriften, die überdies ihre Rolle als „aktivierende Drehscheibe" im


Kommunikationsmix noch ausgebaut haben.
„Die Aktivierungsleistung der pharmazeutischen Fachzeitschrift ist im Vergleich zu 2017 nochmal in allen Punkten gewachsen", weist Rüdiger Sprunkel, LA-MED Vorstandssprecher, auf die Ergebnisdaten des Aktivierungs-Checks hin. „Die Lektüre von Fachzeitschriften führt die Zielgruppe zu Recherche und Aktivitäten im Internet, aber auch zu Fortbildungen und Veranstaltungen und nicht zuletzt zur direkten Kontaktaufnahme mit der Industrie".


Fachmedien überzeugen auch in der Fortbildung

In den letzten Jahren wurden auch die Fortbildungs-möglichkeiten für Apotheker und ihr Fachpersonal zahlreicher und vielfältiger. In der LA-PHARM 2020 sind diese Angebote daher differenzierter als in den Vorgängerstudien beleuchtet worden. Im Ergebnis bleiben Fachzeitschriften und Veranstaltungen ganz oben in der Gunst der Zielgruppen, gefolgt von Online-Fortbildungsangeboten von Fachmedien. (Abb. 4) Dabei ist Apothekern und PTA die Qualität der Angebote gleichermaßen wichtig: In beiden Zielgruppen legen über 75% Wert auf eine Zertifizierung durch Apothekenkammern.

 
Quelle: LA-PHARM 2020; Grafik: LA-MED; PM 11-20-2020

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