Marketing-Barometer: Welche Folgen Covid-19 für das Marketing hat

 Foto: Titel Marketing-Barometer 2020

Der Marketingdienstleister Sortlist hat das Marketing-Barometer 2020 vorgelegt. Darin werden die Folgen der Covid-19-Pandemie auf die Marketinglandschaft untersucht. Das Ergebnis: Das Barometer berichtet über „bemerkenswerte Entwicklungen" auf dem Gebiet des Marketings. Und die beziehen sich vor allem auf Eventmarketing sowie auf Webanwendungen, E-Commerce, SEO und digitale Strategie.

Um die Auswirkungen so präzise wie möglich zu ermitteln, hat Sortlist die Zahl der Projekte die 2019 eingereicht wurden, mit der Zahl der Projekte verglichen, welche zwischen dem 9. und 22. März 2020 eingegangen sind. Dabei wurde der Fokus auf die 15 Kompetenzen gelegt, die am meisten bei Sortlist nachgefragt sind. So machte 2019 die Zahl der eingereichten Projekte im Bereich Eventmarketing 6,4% aller Projekte aus. In den zwei Wochen vor dem 3. Juni machte diese Expertise jedoch nur noch 3,5% der Projekte aus, welche auf Sortlist veröffentlicht wurden. Das bedeutet, dass die Nachfrage nach Eventmarketing in dieser Zeit um 45% gesunken ist, verglichen mit den Ergebnissen aus 2019.

Wachstum in den Kompetenzbereichen
Sortlist erkennt, dass die Nachfrage nach Webanwendungen, E-Commerce, SEO und digitaler Strategie steigt. Auf der anderen Seite brechen die Kompetenzbereiche Eventmarketing, Erstellung mobiler Anwendungen und Online-Werbung um mindestens 30% ein.
Grafik: Marketing-Barometer 2020
Für die Länder Frankreich, Belgien, Spanien, Deutschland und die Niederlande analysiert Sortlist, dass dass der Anstieg der Nachfrage nach Webanwendungen, E-Commerce, digitaler Strategie und Website-Erstellung mit den Coronavirus bedingen Beschränkung zusammenhängen. Aber auf der anderen Seite sind die Investitionen in Online-Werbung rückläufig. Es mag zunächst widersprüchlich erscheinen, aber Sortlist geht davon aus, dass dies im Zusammenhang mit der Befürchtung steht, Werbeinvestitionen zu tätigen, welche keinen positiven ROI besitzen. Das wird als logisch qualifiziert, weil in diesen Zeiten der Unsicherheit finanzielle Ressourcen wertvoller denn je seien.

Hinsichtlich der Content-Strategie lässt sich der Boom mit den Einschränkungen der Länder erklären. In Anbetracht der Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen aus diesen Ländern ihre Zeit vor allem Zuhause verbrachten, sei der Konsum von Online-Inhalten explodiert und es gab ungewöhnlich hohe Zugriffszahlen. Die Beschränkung führte zu der einmaligen Situation, in welcher es so viel Aktivität im Internet gab wie noch nie. Vor allem gab es selten eine so hohe Anzahl an Menschen, welche Inhalte konsumieren wollten. Unter dem Gesichtspunkt der steigenden Nachfrage erscheint es normal, dass Unternehmen sich nachfragegerecht positionieren wollen und somit eigene Inhalte produzieren.

Was den Rückgang in der Entwicklung von mobilen Anwendungen betrifft, so stellt Sortlist folgende Hypothese auf: Der Rückgang beruht auf der Tatsache, dass der Wandel vom Offline- zum Online-Betrieb derzeit die höchste Priorität hat. Daher erscheint es plausibel, dass die steigende Nachfrage nach E-Commerce und digitaler Strategie sich nachteilig auf die für die mobile Entwicklung spezifische Expertise auswirken könnte.

In der aktuellen Situation konzentrieren sich Marketingverantwortliche viel stärker auf kurzfristige Strategien, was den Rückgang im Grafikdesign, Branding und Positionierung erklären könnte. Es gehe in Krisenzeiten eben nicht darum, eine Marke zu etablieren, sondern das Unternehmen über Wasser zu halten. Deshalb liege der Fokus mehr auf Kurzfristigkeit, Pragmatismus und Effizienz.

Sichtbarkeit im Internet erhöhen
Die Nachfrage nach Know-how in den Bereichen SEO, E-Commerce, Content-Strategie und Web-Anwendungen wächst, weil Unternehmen ihre Sichtbarkeit im Internet zu erhöhen versuchen. Außerdem müssen sie Wege finden, die es ihnen ermöglicht, Dienstleistungen und Produkte effektiv zu verkaufen um die beschränkungsbedingten Verluste auszugleichen. Diesen Herausforderungen müssen sich Unternehmen bei gleichzeitiger Minimierung der Werbekosten stellen. Daher ist die Nachfrage nach Werbung und Online-Werbung in den letzten zwei Wochen im Vergleich zu 2019 gesunken.

Alle beobachteten Trends würden im Einklang mit der Verlangsamung des „Offline"-Handels und der Beschleunigung der digitalen Transformation stehen, die bereits seit einiger Zeit zu beobachten sei. Der einzige Unterschied bestehe darin, dass die Covid-19 Krise, Unternehmen in eine Situation bringe, in der die digitale Umstellung schneller und schmerzhafter als erwartet verlaufe.

Quelle: Sortlist - Marketing und Covid-19: Welche Sektoren sind am stärksten betroffen?; Foto: Titel Marketing-Barometer 2020; PM 6-24-2020

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