Covid-19: Schub für das Pharmaimage

Foto: Website theharrispoll.com

Die Coronapandemie hat für die Pharmabranche eine - vielleicht unerwartete - Nebenwirkung: Das Image der Branche gewinnt. Plötzlich wird vielen klar, wie wichtig die Medikamente der Pharmaunternehmen für das gesamte Gesundheitswesen und die persönliche Gesundheit sind.

Die Schweizerische Handelszeitung zitiert Thomas Heimann von HBM Partners, einem Investor in die Pharma- und Gesundheitsbranche: „Die Anstrengungen der Pharmaunternehmen dürfte das Bewusstsein geschärft haben, dass die Branche relevant ist für ein gut funktionierendes Gesundheitswesen." In den letzten Jahren sei der „Fokus zu Star auf die Kosten gerichtet" gewesen.

Doch Corona hat offenbar etwas verändert. Die Informationsplattform Watson schreibt, dass die schnelle Bereitstellung eines Tests und die rasante Entwicklung eines Impfstoffes gepaart mit der sofort einsetzenden Prüfung der Wirksamkeit von bereits bestehenden Mitteln, ob sie sich Behandlung von Coronapatienten eignen, habe die Wahrnehmung der Branche in der Öffentlichkeit beeinflußt. Eher positiv als negativ.


Auch wenn das nicht jeder wahr haben will. So sieht tagesschau.de vor allem „das Geschäft mit dem Impfstoff" (11.11.2020). In dem Beitrag wird gefragt, wer von dem Impfstoff am meisten profitiert: „Die Frage nach Profiten von Investoren und Unternehmen ist hier auch deshalb besonders relevant, weil viele Regierungen Impfstoffentwickler großzügig mit Steuergeld unterstützen." Zitiert wird Thomas Cueni, Generaldirektor des Internationalen Pharmaverbandes IFPMA: „Es geht hier nicht darum, dass zum Schluss eine große Rendite rauskommt."


Tagesschau.de scheint dem nicht recht zu trauen. Dem Beteuern von Cueni, dass Pharmafirmen ein Verantwortungsgefühl hätten, einen bezahlbaren Impfstoff zu liefern, kontert die Redaktion: „Ein Versuch, das Image der Pharmaindustrie aufzupolieren? Oder ist in Pandemiezeiten wirklich alles anders?"


Etwas anders ist zumindest die Einschätzung der Verbraucher. In einer Befragung durch „The Harris Poll" im April 2020 antworteten 40%, dass sie jetzt die Pharmaindustrie positiver einschätzten als vor Beginn der Pandemie. Bei der Befragung im März gaben nur 33% zu Protokoll, die Pharmabranche positiv zu bewerten. Den Grund für den Meinungsumschwung kommentiert Rob Jekielek, Chef von Harris Poll, so: „Während der Pandemie hatten die Menschen mehr Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, was ein pharmazeutisches Unternehmen tut und tun kann. Das wurde greifbarer, insbesondere weil die Pharmafirmen wirkliche Lösungen kreierten."

Foto: Website theharrispoll.com; PM 1-21-2021

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