Krebsvorsorge: Es mangelt an der Umsetzung

Grafik: Amgen

Eine große Mehrheit der Bevölkerung erkennt die Notwendigkeit der Krebsvorsorge, an der Umsetzung hapert es aber. Eine repräsentative Bevölkerungsumfrage* zur Krebsprävention im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen belegt, dass es 51% schwer fällt, medizinische Präventionsmaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen im Alltag umzusetzen. Am Beispiel der Darmkrebsvorsorge wird die Schere zwischen der Einsicht und der tatsächlichen Umsetzung der Präventionsmaßnahmen besonders deutlich.

93% der Befragten sind überzeugt, dass heute bei einer frühzeitigen Diagnose die Heilungschancen für Krebs sehr gut sind. Eine Kombination aus einem gesunden Lebensstil und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sei auch für Patienten, die bereits an Krebs erkrankt sind, ein geeignetes Mittel, um dem Fortschreiten der Krebserkrankung bzw. einer Wiederkehr entgegenzuwirken, sagen 64%. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums haben zum Beispiel das Risiko berechnet, an Darmkrebs zu erkranken. Ergebnis: durch einen gesünderen Lebensstil und eine Koloskopie lässt sich das Erkrankungsrisiko deutlich verringern. Eine Studie zur Krebssterblichkeit in Europa kommt zu dem Ergebnis: Bei Darmkrebs, so die Autoren, ist der Rückgang der Sterblichkeit auf Fortschritte in der Früherkennung, Frühdiagnose und Behandlung zurückzuführen.

Allerdings: Ganz unumstritten ist die Krebsvorsorge dennoch nicht. So schreibt der Krebsinformationsdienst vom Deutschen Krebsforschungszentrum: „Für die Früherkennung auf Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs ist der Nutzen sehr gut belegt und kaum umstritten. Außerdem kommt hinzu: Die Untersuchungen können mehr als eine Früherkennung sein – bereits Vorstufen von Krebs lassen sich erkennen und behandeln, bevor Krebs entsteht. Die Untersuchungen auf Brustkrebs, Hautkrebs und Prostatakrebs haben hingegen zu vielen Diskussionen geführt. Es gibt Experten, die den Nutzen als belegt ansehen, aber auch Experten, die daran zweifeln. Wer Interesse an einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung hat, sollte aber nicht nur über den Nutzen der Untersuchung, sondern auch über mögliche Nachteile nachdenken. Dazu gehört vor allem die Tatsache, dass es in der Medizin keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Zwar ist die Fehlerrate aller Früherkennungsuntersuchungen nicht sonderlich hoch, sie ist aber auch nicht gleich Null."


Die aktuelle Umfrage der Amgen GmbH belegt, dass es an der konkreten Umsetzung, zum Beispiel bei der Darmkrebsvorsorge, mangelt. 51% halten die Darmspiegelung für sehr geeignet, einer Erkrankung vorzubeugen. Dennoch lassen nur 19% eine Koloskopie durchführen lassen. 36% der Umfrageteilnehmer sind vom Nutzen eines immunologischen Stuhltests überzeugt, aber nur 15 % haben ihn gemacht. Selbst bei den über 50-Jährigen, bei denen die Kosten für Darmspiegelung bzw. Stuhltest von den Krankenkassen übernommen werden, steigt die Zahl der Patienten, nur leicht. Bei den 50- bis 59-Jährigen nehmen 19%, bei den über 60-Jährigen 30% die Möglichkeit einer Koloskopie wahr. Beim Stuhltest wächst der Anteil nur geringfügig von 16% auf 20% bei den über 60-Jährigen.

* Quelle: Für die Studie „Krebsprävention: Wissen, Barrieren, Verhalten“ wurden 1.000 Deutsche im Auftrag von Amgen repräsentativ befragt. Die Befragung führte das Marktforschungsunternehmen Toluna im Juli 2020 online durch, die Pressearbeit wir von Medizin & PR durchgeführt; Grafik: Amgen; PM 9-16-2020

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