Jasmin Eickhoff und Dr. Michael Bonk: Die Zukunft von Health PR

Eickhoff Kommunikation: Jasmin Eickhoff, MBA, Dr. Michael Bonk


1. Bereits heute – und nicht erst in Zukunft – sollten wir
Dienstleister unsere Kunden besser in ihrer konkreten
„Post-AMNOG-Situation“ abholen. Der Druck, dem Verantwortliche in der
Gesundheitsindustrie ausgesetzt sind, ist enorm und das spitzt sich ja
rasant weiter zu. Wir legen den Fokus neben den normalen kommunikativen
Herausforderungen wie crossmedialer, nachhaltiger und individueller
Kommunikation deshalb darauf, den Kundennutzen schneller
herauszuarbeiten und umzusetzen. Dieser kann sich auf das Produkt, das
Unternehmen als Ganzes oder – und das sehen wir immer häufiger – auch
auf den einzelnen Menschen beziehen. 2. Nutzenkommunikation spielt die herausragende Rolle. Einerseits ist
der Patienten-Nutzen für die Bedeutung eines Medikaments im Vergleich
zum Wettbewerb essentiell und andererseits wird sich unser
Gesundheitssystem Produkte ohne besonderen Nutzen nicht mehr leisten. 3. Schnelligkeit und Transparenz beschreiben nicht nur Social Media,
sondern sind auch wichtige Anforderungen, die an Mitarbeiter in
Pharmaunternehmen von innen und außen gestellt werden. Wir arbeiten
vorwiegend für Kunden mit Fokus im Rx-Bereich, mit Fokus auf seltene
Erkrankungen oder auf überschaubare Zielgruppen. Dementsprechend denken
wir zwar crossmedial über neue Kanäle nach, sehen die „klassischen“
Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. aber nicht als
oberste Priorität für unsere Kunden. Wir sind überzeugt, für unsere
Kunden haben zielgruppenspezifische Medien den größeren Nutzen.
Nichtsdestotrotz sollten sich Unternehmen für klassische Social Media
aber ihre Namensrechte sichern, um bei Bedarf präsent zu sein, und
regelmäßig ein Online-Issues-Profiling durchführen (lassen). Denn: Je
bekannter ein Unternehmen ist, desto eher wird es „im Netz“ positiv
oder negativ thematisiert werden. 4. Die Kommunikation wird schneller und transparenter bei und für
Kunden, die sich Dialog-orientierter und Nutzer-generierter
Kommunikation öffnen wollen und können. Eine Chance der neuen Kanäle
für Kunden, die Social Media bedienen können, ist user-generated
content. Die digitale Chance sehen wir im Aufspüren von Unmet Needs in
Communitys, die digital kommunizieren. Für Kunden, die sich Social
Media stellen, wird gut vorbereitete Kommunikation für den Ernstfall
(Stichwort Shit-Storm) wichtiger. 5. Das ist unverändert Kunden- und Themen-individuell zu entscheiden. 6. Transparenz ist eine Aufgabe, die sich alle im Gesundheitswesen arbeitenden Menschen auf die Fahne schreiben sollten. 7. Die Grenzen der Kommunikation sind durch Gesetze, Verordnungen und
Kodizes klar definiert. Daran hat sich nichts geändert. Allerdings sind
wir Dienstleister in der Kommunikation für die Pharmaindustrie
gefordert. Wir müssen über die sich für die Pharmaindustrie
verändernden Rahmenbedingungen und Stakeholder top informiert sein. Nur
wenn wir hier die Nase im Wind haben, können wir unsere Kunden auf
Augenhöhe unterstützen.


PM-Report 6/12

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