Dr. Irene Haas: Die Zukunft von Health-PR

Dr. Irene Haas/Haas & Health Partner Public Relations GmbH


1. Wir haben schon immer gesagt, dass PR keine Abkürzung für „PResse“
oder „PRint“ ist, sondern für Public Relations steht und damit den
Aufbau und die Pflege, kurz: das Management von Beziehungen bedeutet.
Deshalb bleibt die wichtigste Aufgabe einer Healthcare-PRAgentur auch
in Zukunft, die Partner und Zielgruppen unserer Kunden zu informieren
und sie miteinander in Dialog zu bringen. Lediglich das Spektrum der
Stakeholder, die für unsere Kunden als Kommunikationspartner wichtig
sind, hat sich erweitert, indem heute nicht mehr nur Ärzte, sondern
auch Patienten und die Entscheider auf Kostenträgerseite sowie in der
Gesundheitspolitik eine zunehmend bedeutende Rolle spielen. Insofern
sind wir als Kommunikationsberater genauso wie bisher gefordert,
strategisch passgenaue Wege zu finden, diese Ansprechgruppen so zu
informieren, mit ihnen so zu kommunizieren, dass unsere Kunden Gehör
finden und verstanden werden. Dazu gehört zwar weiterhin auch die
Medienarbeit. Aber immer wichtiger werden edukativwissenschaftliche
oder edukativ-informative Medical-Education-Programme, die sich an
Ärzte und andere Stakeholder richten können, aktiv Meinungsbildner
einbeziehen und so Awareness und Bindung fördern. 2. In Post-AMNOG-Zeiten natürlich eine ganz wesentliche! Und zwar auch
unabhängig vom Votum des G-BA. Es ist ja gerade die Kernaufgabe der
Kommunikation, nutzenorientiert zu argumentieren und Nutzwert
herauszustellen – und der kann ganz unterschiedlich sein. Aus
kommunikativer Sicht sind auch Convenience-Vorteile nutzbringend, z. B.
für Patienten wie auch für den Arzt, wenn Patienten therapietreu sind. 3. Auf jeden Fall immer wichtiger. Insbesondere für die
Unternehmensreputation, die auch in der Pharmawelt an Bedeutung
gewinnt, je weniger imageträchtige Blockbuster verfügbar werden. Social
Media können als Kommunikationsplattform für produktunabhängigen
Informationsaustausch auch für Pharmaunternehmen sinnvoll sein, z. B.
wenn es um Corporate-Social-Responsibility-Themen geht. Social Media
sind aber keine Strategie an sich, sondern stellen lediglich einen
neuen oder anderen Kanal für die Kommunikation dar, der besonders
dialogorientierte Anforderungen stellt und deshalb nicht in jede
Kommunikationsstrategie passt. Man darf nicht vergessen, dass es ein
HWG und ein UWG gibt und sich die Pharmaindustrie darüber hinaus selbst
sehr strikte Compliance-Regeln gegeben hat, was die Kommunikation mit
Öffentlichkeiten außerhalb der medizinisch-pharmazeutischen Fachwelt
betrifft. 4. Wir werden bestimmt Veränderungen sehen in den nächsten Jahren. Die
klassische Fach-PR mit ihrem Produkt- bzw. Marketingfokus wird
zugunsten einer deutlich wissenschaftlicheren Kommunikation, z. B.
vermittelt über Medical-Education-Programme online und offline, in den
Hintergrund treten. Die Kommunikation mit Patienten wird zunehmen. Der
„Patient im Mittelpunkt“ ist zwar seit Jahrzehnten ein beliebter Topos,
aber irgendwie auch ein Lippenbekenntnis. Tatsächlich gibt es noch
nicht viele sinnvolle Patienten-Informations- oder
-Compliance-Programme, die vor allem auch edukative Kommunikation
erfordern. Online-Kanäle werden einfach immer wichtiger, Offline-Kanäle
wie Veranstaltungen und Printmedien werden aber weiterhin für die
Patientenkommunikation eine Rolle spielen. Und die Kommunikation
zwischen Unternehmen und Kostenträgern wird zunehmen, wobei hier der
persönliche Kontakt entscheidend bleibt. 5. Wie bereits gesagt: Ärzte, Patienten, Kostenträger, aber auch die
entsprechenden Verbände und Organisationen wie ärztliche
Fachgesellschaften und Kammern, die Apotheker und ihre Verbände und
natürlich die Patientengruppen. 6. Selbstverständlich ist das auch Aufgabe der Agentur, transparent zu
kommunizieren. Bei allem, was wir im Kundenauftrag tun, muss auch der
Absender transparent bleiben. Wir kennen und halten uns an alle
Transparenz- und Compliance-Regeln, seien sie nun durch den FSA oder
den AKG festgelegt oder eben unternehmensintern und -spezifisch. 7. Auch hier gilt für uns: Wir kennen und halten uns an alle
Transparenz- und Compliance-Regeln, seien sie nun durch den FSA oder
den AKG festgelegt oder eben unternehmensintern und -spezifisch. Zudem
sind wir strikt dagegen, für unsere Kunden redaktionelle
Berichterstattung, Meinungsbildner, Meinungen und Kooperationspartner
oder –leistungen zu „kaufen“, ohne dass dies absolut transparent
gemacht wird. Und, aber das ist erst recht selbstverständlich, wir
nehmen keinen Auftrag an, der darauf zielt, ein falsches Versprechen
abzugeben, z. B. was Arzneimittelwirkungen oder auch Nebenwirkungen
betrifft. Als Healthcare-Kommunikationsagentur haben wir die dafür
notwendige medizinische Expertise im Team, nicht zuletzt auch deshalb,
weil Medikamente und Medizin komplexer werden und wissenschaftlich
exakte, korrekt referenzierte Texte Ausweis unserer Qualität sind.


PM-Report 6/12

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