Sabine Seifert: Die Zukunft von Health-PR

Sabine Seifert, fischerAppelt, relations


1. Der steigende politische Druck im Gesundheitsbereich spiegelt sich
auch in der Kommunikation wider. Die klassische Produkt-PR für
innovative Medikamente muss sich neu orientieren. Gesundheitspolitische
Aspekte haben hier durch das AMNOG deutlich an Bedeutung gewonnen. Die
kommunikative Begleitung und Unterstützung des AMNOG-Prozesses sind
jetzt und in Zukunft zentrale Aufgaben. Dabei müssen die verschiedenen
Stakeholder aus Politik und Selbstverwaltung von Beginn an in die
Strategie einbezogen werden. Zudem bleibt der Patient weiterhin
zentrale Zielgruppe aufgrund des wachsenden Informationsbedürfnisses
beim Thema Gesundheit. Die PR kann hier Orientierung bieten. 2. Es ist natürlich zentral, den Mehrwert eines Medikaments klar zu
kommunizieren. Das war es schon immer. Aber durch das AMNOG ist der
ökonomische und politische Druck deutlich gestiegen. Hier muss die
Kommunikation klare Argumente kommunizieren, aber auch die Bedürfnisse
der Selbstverwaltung antizipieren und einbeziehen. Kommunikation ist
dabei für jedes Unternehmen ein bedeutendes strategisches Element. 3. Für Produktkommunikation sind in Deutschland bekanntlich noch immer
starke Restriktionen vorhanden. Pharmaunternehmen sind aber durch
Social Media deutlich erreichbarer geworden. Gerade wenn es darum geht,
das Unternehmen als Marke anfassbarer und transparenter zu machen,
können Social Media ein vielversprechender Weg sein – allerdings sollte dieser auch immer nachhaltig sein. 4. Der Digital-Bereich verändert die Art, wie wir kommunizieren. Dies
betrifft alle Lebensbereiche und wird deshalb auch den Gesundheitsmarkt
spürbar verändern. Digital Health ist auf den internationalen
Digital-Konferenzen momentan eines der Top-Themen. In Deutschland
hängen wir eindeutig hinterher, da viele Unternehmen noch
Berührungsängste haben, insbesondere aufgrund rechtlicher
Stolpersteine. Lange wird man sich den Entwicklungen aber nicht mehr
verwehren können, digitale Bedürfnisse lassen sich nicht durch
Landesgrenzen aufhalten. 5. Das hängt sicherlich von der aktuellen Lebenszyklus-Phase des
Medikaments ab. Die Kommunikationsaufgaben sind in den letzten Jahren
deutlich vielschichtiger geworden. Arzt und Patient müssen von dem
Produkt überzeugt sein. Nichtsdestotrotz ist in der Phase der
Nutzenbewertung auch die Selbstverwaltung eine zentrale Zielgruppe,
ebenso die Kostenträger, wenn es um die Festlegung des Preises geht. 6. Das gilt nicht nur für Pharmaunternehmen, sondern für Unternehmen
aller Branchen! Hierbei arbeiten Unternehmen und Agenturen Hand in Hand. 7. Die Grenzen für PR sind klar geregelt, zum Beispiel im
Kommunikationskodex der DPRG. Gesundheitskommunikation hat zudem sicher
immer eine besondere ethische Komponente. Entsprechend beraten wir auch
unsere Kunden bei der Durchführung aller Kommunikationsmaßnahmen.
PM-Report 6/12

powered by webEdition CMS