Big Data - Smart Data

Auch im Gesundheitswesen sind die beiden Begriffe “Big Data” und “Smart Data” mittlerweile ganz normal. Gerade die Entwicklung von Big zu Smart - nämlich die automatische Analyse von komplexen Sachverhalten - wird immer wichtiger. In dem Bereich haben sich einige Unternehmen und Start-ups angesiedelt, um Smart Data-Lösungen auszutüfteln. Dr. Maximilian Kissel, Geschäftsführer und Gründer von der Soley GmbH, betont in einem Interview mit der Industriehandelskammer München und Oberbayern: “Der Begriff „Smart Data“ bezeichnet dagegen das Kombinieren von Daten und das daraus gewonnene Wissen – unabhängig von der Datenmenge. Smart Data kann Big-Data-Instrumente nutzen um einfache Zusammenhänge statistisch zu ermitteln (Machine Learning, Data-Mining…), für die meisten mittelständischen Unternehmen geht es allerdings um viel kleinere Datenmengen von lediglich einigen Gigabyte. Die eigentliche Herausforderung ist das sinnvolle Verknüpfen vorhandener Datensilos und die systematische Auswertung besonders komplexer Zusammenhänge.”



Kissel definiert „Big Data“ als “Konzepte, Methoden und Werkzeuge für die Aufzeichnung, Verwaltung und Analyse sehr großer Datenmengen. Denken Sie an Google oder Facebook, an Hochleistungs-Server und Festplattenfarmen oder an große Mengen von Echtzeit-Sensordaten.” Um dann aus einer sehr großen Datenmenge zu Smart Data zu gelangen, schlägt er die “Digitalisierung von Expertenwissen” vor. Er ist sich sicher, dass “Unternehmen, die zukünftig in der Lage sind, versteckte Schätze in Ihrem Produktportfolio systematisch zu heben, werden im Wettbewerb immer mehr Spielraum haben.” Dabei ist zunächst einmal kein Supercomputer vonnöten, sondern die Expertise der Mitarbeiter: “Zu jeder Fragestellung bezüglich Ihrer Produkte und Prozesse finden Sie sicherlich einen Experten in Ihrem Hause, der Ihnen genau diese eine Frage datengestützt mit mehr oder weniger Aufwand beantworten kann. Das ist eine Lösung für Einzelfälle. Aber funktioniert das auch auf Knopfdruck für den gesamten Datenbestand?”

An dieser Stelle gilt es dann, Datensätze zusammenzuführen. Soley berät hauptsächlich Firmen aus der Auto- und Maschinenbranche, deswegen gibt es Abstriche beim Ansatz, doch durchaus können auch Pharma- und Medizintechnikunternehmen am Produktportfolio “als Ansatzpunkt” ansetzen. Dieser eignet sich “ganz besonders gut, denn es zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Wertschöpfungskette. Wer Smart Data durch das Verknüpfen von Daten gewinnen will, kann diese natürliche Schnittstelle hervorragend nutzen: Daten aus der Produktentwicklung, Fertigung, dem Vertrieb und dem Service – alle lassen sich mit Produkten verknüpfen. So kann nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht werden, die sich im gesamten Unternehmen positiv auswirken.”

Folgende Fragen sollen datenbasiert beantwortet werden können: Wie sehen die Gleichteilbeziehungen zwischen unterschiedlichen Produktsegmenten aus? Wie trägt jede Produktvariante zur Unternehmensmarge bei? Mit wie vielen Produktvarianten können die Marktbedürfnisse ausreichend abgedeckt werden? In welchen Produkten und wodurch entstehen kostspielige Exklusivteile? Welchen Einfluss hat jede Komponente / Variante als Kostentreiber in der Wertschöpfungskette?

 

PM-eReport 3/2017


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