Buchbesprechung: Die Zukunft der Medizin

Foto: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Die Medizin im 21. Jahrhundert wird sich so schnell verändern wie nie zuvor – und mit ihr das Gesundheitswesen. Bahnbrechende Entwicklungen in Forschung und Digitalisierung werden die Auswertung und Nutzung riesiger Datenmengen in kurzer Zeit ermöglichen. Das wird unsere Kenntnisse über Gesundheit und gesund sein sowie über die Entstehung, Prävention und Heilung von Krankheiten vollkommen verändern. Gleichzeitig wird sich die Art und Weise, wie Medizin praktiziert wird, fundamental verändern. Das Selbstverständnis nahezu aller Akteure wird sich rasch weiterentwickeln müssen. Das Gesundheitssystem wird in allen Bereichen umgebaut und teilweise neu erfunden werden. Digitale Transformation, Personalisierung und Prävention sind die Treiber der neuen Medizin.


Das Buch „Die Zukunft der Medizin" beschreibt Entwicklungen und Technologien, die die Medizin und das Gesundheitswesen im 21. Jahrhundert prägen werden. Das Buch informiert über die zum Teil dramatischen, disruptiven Innovationen in der Forschung, die durch Big Data, Künstliche Intelligenz und Robotik möglich werden.

Die Autoren beschreiben aus langjähriger Erfahrung im In- und Ausland zukünftige Entwicklungen, die jetzt bereits greifbar sind.
• Digitale Transformation, Telemedizin, Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik revolutionieren Medizin und Gesundheitswesen
• Big Data, Personalisierung und Präzisionsmedizin ermöglichen spektakuläre Fortschritte in der Therapie von Krebs und chronischen Krankheiten
• Bahnbrechende Entwicklungen verändern das Selbstverständnis von Arzt und Patient


So widmet sich das Kapitel „Netflix, Nudging, Netzwerke - Die Zukunft der Versorgung chronisch Kranker Menschen" dem Management chronischer Krankheiten. Der Autor konstatiert, dass die mangelnde Digitalisierung und das Nicht-Durchsetzen von Innovationen derzeit die Versorgung erschwert. Dabei sei gerade die Digitalisierung wesentliche Voraussetzung für das stark daten- und informationsgetriebene Management chronischer Erkrankungen.


Doch in Zukunft werden X-omics, Wearables, Apps, KI und Nudging sowohl die Früherkennung, wie die kontinuierliche Versorgung und die bestehenden Versorungsstrukturen komplett verändern - und zwar hin zu einer personalisierten und orts-unabhängigen Versorgung.


Überhaupt - intelligente Systeme sorgen dafür, dass im Gesundheitswesen auf Dauer nichts bleibt, wie es jetzt ist. Dabei geht es nicht nur um das Erfassen, Austauschen, Auswerten und Verwenden von Gesundheitsdaten. KI soll auch Ärzte und Pflegekräfte unterstützen - möglicherweise sogar ersetzten - und bessere Behandlungsergebnisse bringen. Schon heute zeigen erste Anwendungen, dass KI-basierte Diagnosesysteme die Arbeit des Arztes schneller und exakter werden lassen.


Noch gehen die Autoren davon aus, dass KI-Systeme durch ihre Zuarbeiten dem Arzt mehr Freiräume für die Patientenzuwendung schafft: „... aber in fünf bis zehn Jahren wird es selbstverständliche Praxis sein, derartige Systeme im Warte- und Arztzimmer, oder im Vorfeld einer Tele-Konsultation zu nutzen." In einer noch ferneren Zukunft werden diese Systeme möglicherweise die gesamte Diganose und Therapie abwickeln.

Quelle: Erwin Böttinger (Hrsg.) | Jasper zu Putlitz (Hrsg.) - Die Zukunft der Medizin, Disruptive Innovationen revolutionieren Medizin und Gesundheit, SBN: 978-3-95466-398-9, 49,95€; Foto: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft; PM 1-2020-1


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