Next Health: Von der Behandlung zur Prävention

Foto: Titel Report Next Health Während sich das Gesundheitssystem bislang in erster Linie mit Krankheiten beschäftigte, verschiebt sich der Fokus nun zunehmend in Richtung Gesundheit, so die neue Studie* vom GDI Gottlieb Duttweiler Institute. Der technologische Fortschritt, insbesondere der wachsende Datenreichtum, mache es möglich, potenzielle Krankheiten schon vor dem Ausbruch zu erkennen und zu vermeiden.

Mehr Gesundheitsdaten versprechen eine verbesserte Prävention und präzisere Therapien, meint das Institut. Gleichzeitig erhöhe eine Datenflut aber die Komplexität. Dadurch würden wir in eine Vorstellungs- und Messkrise geraten: Je mehr wir messen können, umso verschwommener wird paradoxerweise unsere Vorstellung von Gesundheit und davon, was uns gesund macht. Die Frage laute daher: Wie misst man Gesundheit?

Um die relevanten Informationen zu identifizieren, seien Laien ebenso wie Experten auf Technologie angewiesen. Die Zukunft des Gesundheitswesens hängt entscheidend davon ab, wie Daten gespeichert und zugänglich gemacht werden. Am besten positioniert sind nicht geschlossene Datensilos, sondern offene und transparente Systeme, in denen Menschen und Maschinen gemeinsam agieren.


Voraussetzung für solche Systeme sei, dass die verschiedenen Akteure und Stakeholder des Gesundheitswesens stärker und partnerschaftlicher zusammenarbeiten. Das betreffe insbesondere die gemeinsame Nutzung von Daten. Je kooperativer Daten geteilt würden, umso besser würden die Resultate ausfallen. Die GDI-Studie "Next Health" skizziert so einen neuen Weg. Er basiert auf dem Plattformansatz, wie er beispielsweise von Facebook, Amazon oder Uber bekannt ist. Ziel: ein smartes und dezentral gesteuertes Ökosystem, das sich konsequent auf den Kunden und das Kundenerlebnis ausrichtet.


Sechs Shifts im Gesundheitssystem


- Digitale Zugänglichkeit: Die Digitalisierung ermöglicht mehr Menschen den Zugang zu besserer Gesundheitsinformation.
- Gesundheit 24/7: Kontinuierliches Tracing und Testing, z. B. per Smart-Watch, wird normal. Unregelmässigkeiten in den Bio-Daten werden schon identifiziert, bevor sich jemand unwohl fühlt.
- Vom Silo zum Netzwerk: Wissenschaftler und Experten können auf einen wachsenden Datenkorpus zugreifen und versuchen, Erkenntnisse daraus zu extrahieren.
- Prävention statt Intervention: Die kontinuierliche Erfassung von Gesundheitsdaten hilft bei der Früherkennung und führt dazu, dass ärztliche Beratung in Zukunft vermehrt nachgefragt wird, bevor man erkrankt. Es geht immer mehr um Wellbeing und Wellness und weniger um Medizin.
- Healthstyle: Alltägliche Verhaltensdaten bilden die Basis für neue personalisierte Therapien und für das Management der individuellen Gesundheit.
- Ageless Ageing: Die biologische Alterung wird aufgehalten und damit auch jede altersbedingte Krankheit.


Die neuen Patienten
Patienten sehen sich zunehmend als Konsumenten. Aus diesem neuen Bewusstsein erwachsen neue Erwartungen an die Leistungserbringer im Gesundheitswesen: Konsumentinnen wollen mehr Kontrolle und Transparenz über ihre Gesundheit und Service auf Abruf. Mit dem Smartphone wird Gesundheit zunehmend zur digitalen Dienstleistung, so wie Online-Shopping oder Mobilität. Die besten Chancen haben Leistungserbringer, die ihr Angebot nahtlos und bequem in den Alltag ihrer Kundinnen zu integrieren vermögen.

*Quelle: GDI-Studie, „Next Health: Einfacher durch das Ökosystem der Gesundheit“; Foto: Titel Report Next Health ; PM 19-2020-2


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