Frag Dr. Internet

Grafik: agofDurch die Corona-Pandemie ist das Thema Gesundheit derzeit in aller Munde und auch im digitalen Nachrichtenkosmos sehr gefragt. Allein in den letzten drei Monaten besuchten durchschnittlich 3,37 Millionen Deutsche über 16 Jahre pro Tag digitale Angebote zum Thema Gesundheit. Spätestens mit den anstehenden Wintermonaten treiben die digitalen Nutzer aber auch (wieder) andere Gesundheitsfragen um – und ins Netz. Wichtiger Partner dabei an ihrer Seite: Dr. Internet, der Fragen rund um passende Medikamente, Heilmittel oder eventuelle Neben­wirkungen beantwortet.

Das Interesse der deutschen Onliner an Gesundheitsthemen ist, auch abseits von Covid-19, groß: 42,1% der digitalen Nutzer ab 16 Jahre sind an Informationen rund um Gesundheit interessiert oder sogar sehr interessiert, an Gesundheitsdienst­leistungen 35,3%. Fast genauso groß ist das Interesse an Brillen (31,9%) und rezeptfreien Medikamenten (31,6%). Zu diesen Ergebnissen kommt die neueste Sonderanalyse der agof* in der Reihe agof facts & figures, die zu Ende des Jahres Verhalten und Einstellung der digitalen Nutzer rund um das Thema Gesundheit und Medikamente beleuchtet.

Grafik: agofMit Beginn der kalten Jahreszeit sind dabei vor allem Erkältungskrankheiten ein Thema. Die begleitenden Symptome wie Kratzen im Hals, Halsschmerzen, zugeschwollene Nase und hartnäckiger Husten sind ausgesprochen lästig. Entsprechend kommt hier gerne die ganze Bandbreite aus dem Medizinschrank zum Einsatz.


Die beliebtesten Helfer gegen die Erkältung sind dabei Hustenmittel, die 43,09 Millionen Onliner mindestens selten einnehmen, Lutschtabletten (39,00 Mio.) und Schnupfenspray (38,55 Mio.). Ein Drittel bis ein Viertel der User setzt diese Mittel auch mindestens einmal die Woche ein – im akuten Fall herrscht entsprechender Bedarf. Beim Kampf gegen die Schnupfennase haben die unterschiedlichen Zielgruppen jedoch so ihre Favoriten: So setzen Frauen bei der mindestens wöchentlichen Anwendung überdurchschnittlich auf Erkältungsbäder (Index 113), über 50-Jährige auf Mittel zum Gurgeln (Index 112). Diese erfreuen sich auch bei den Privatversicherten großer Beliebtheit (Index 125), genau wie Erkältungsbäder (Index 117) oder andere Erkältungs- oder Schnupfenmittel (Index 111).


Damit es möglichst erst gar nicht so weit kommt, vertrauen die Onliner außerdem gerne auf vorbeugende Gesundheitsprodukten, z.B. Vitaminpräparate, die 19,22 Millionen Onliner mindestens selten einnehmen, oder Mineralstoffe (16,77 Mio.). Das wohl beliebteste sonstige Mittel sind Wund- und Heilsalben – bei über der Hälfte aller User kommt sie regelmäßig zum Einsatz (31,26 Mio.).


Grafik: agofDas Netz fungiert aber nicht nur als wichtiger Ratgeber und Informationsplattform rund um Gesundheitsthemen. Auch als Bestellkanal wird es zunehmend zu einer Ergänzung zur Apotheke vor Ort. Insgesamt haben 9,8% der digitalen User in den letzten zwölf Monaten Arzneimittel oder Mittel zur Selbstmedikation online gekauft. Zu den Online-Shoppern zählen vor allem Frauen und über 50-Jährige. Gleichzeitig belegen diese noch eher moderaten Prozentsätze, dass die meisten Menschen für den Kauf von Medikamenten nach wie vor in die Apotheke gehen, entweder da diese aufgrund der Verschreibungspflicht nicht frei verkäuflich sind oder im akuten Fall sofort verfügbar sein müssen.


Basis der agof facts & figures ist die Markt-Media-Studie daily digital facts, in der die agof das Nutzungsverhalten digitaler User untersucht und die Reichweiten- und Strukturdaten digitaler Medien über das Auswertungs- und Planungstool TOP modular tagesaktuell veröffentlicht. Die vorliegende Ausgabe rund um das Thema Gesundheit beruht darüber hinaus auf den integrierten Merkmalen aus der VuMA Touchpoints der Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) und beleuchtet das Interesse an Gesundheitsthemen und -dienstleistungen, Häufigkeit der persönliche Verwendung von Medikamenten, Erkältungsmitteln und sonstigen Mitteln sowie im Haushalt vorhandene Krankenversicherungen, abgerundet durch die Mediaspendings der Branche.

*Quelle: agof facts & figures „Pharma“ © agof e.V. 2020; Grafik: agof; PM 21-2020-1


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