Smartphones, Wearables, Streaming: die Verbindung von Consumer Technology zur Gesundheit

Grafik: BitkomIn wohl keinem Bereich zeige sich die enge Beziehung zur Nutzerin und zum Nutzer und zugleich das Ausstrahlen der Consumer Technology so gut wie beim Thema Fitness und Well-Being, behauptet der Branchenverband Bitkom. Habe ich mich genug bewegt? Passt der Puls? Und wie steht es um mein Stresslevel? All diese Fragen beantwortet Consumer Technology. Dafür stehen Wearables, mit Sensoren bestückte Smart Displays und eine Vielzahl an smarten Sport- und Fitnessgeräten bereit.

Zugespitzt formuliert Bitkom so: „Was vor 100 Jahren Sigmund Freud mit der Psychoanalyse für die Analyse des Ichs war, ist heute die smarte Consumer Technology. Sie eröffnet die Chance, sich selbst besser kennenzulernen, ungesunde Verhaltensweisen früher zu erkennen, sich zu motivieren, auf Wunsch zu optimieren oder mit anderen zu vergleichen. Und – fast schon wieder Freud: Eine neue Form der datenbasierten Schlafanalyse ist mit der Consumer Technology heute ebenfalls möglich."

Bereits ein Drittel überwacht die Gesundheit mit einer Smartwatch
Als wichtigen Wachstumsmarkt hat die Bitkom-Studie in diesem Jahr die ‚smarte' Consumer Technology in den Mittelpunkt gestellt. Bereits 28% der Menschen in Deutschland nutzen hin und wieder eine Smartwatch. Besonders beliebt bei den Nutzern/innen ist es, sich über eingehende Nachrichten zu informieren (90%). 55% nutzen eine Smartwatch als Wecker, Timer oder Stoppuhr, zur Navigation (54%) oder zur Steuerung des Smartphones (47%). 33% erfassen Gesundheitsdaten wie Puls, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung mit einer smarten Uhr. Ihr vernetztes Zuhause steuern 30% auf diesem Weg. Im Vergleich zum Vorjahr haben diese Einsatzmöglichkeiten teilweise stark an Beliebtheit gewonnen; für die Smart-Home-Steuerung etwa stieg der Nutzungsanteil um 19 Prozentpunkte (2020: 11 Prozent).


Ein Fünftel will Schlafqualität, Stresslevel und Herzfrequenz überwachen
Künftig dürfte die Überwachung der Gesundheit für die Menschen in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen. So verwenden bereits 35% der Nutzer/innen von Tablets, Smartphones, Smartwachtes und Fitnesstrackern ihre Geräte als Schrittzähler, weitere 25% wollen das künftig tun. 31% haben auf diesem Weg Trainingseinheiten aufgezeichnet, 26% an Online-Fitnessprogrammen teilgenommen. Auch die Überwachung von Vitaldaten nimmt zu: 16% überwachen aktuell ihre Herzfrequenz (19%: Nutzung vorstellbar), 11% kontrollieren die Ernährung (für 20% vorstellbar) und jeweils 8% messen Schlafqualität (für 22% vorstellbar) und Stresslevel (für 18% vorstellbar).


Auch gänzlich neue Anwendungen haben in Deutschland großes Potenzial: Jeweils 11% der Internet-Nutzer/innen haben Interesse daran, Laufbänder und Heimtrainer mit App-Anbindung zu nutzen; bisher tun das 5 bzw. 4%. Ebenfalls an Bedeutung gewinnen könnten Springseile mit App-Anbindung (Interesse an Nutzung: 7%), Matratzen mit Sensoren (6%) sowie Pflaster mit Trink-Erinnerungen (5%) und smarte Einlegesohlen oder Fingerringe zur Messung der Vitalfunktionen (jeweils 4%). Ganz vorne liegt die Zahnbürste mit App-Anbindung: Bereits 8% der Internet-Nutzer/innen verwenden sie, für 18% ist die Nutzung vorstellbar.


Dieser als „Quantify yourself" beschriebene Trend kann allerdings auch zu einer Belastungsprobe werden: Zwar sehen 63% der Nutzer/innen die Hinweise ihrer Fitness- und Gesundheitsanwendungen als große Erleichterung an und 47% der Befragten fühlen sich dadurch motiviert. Allerdings stimmen 49% auch der Aussage zu, dass sie sich durch ihre Programme unter Druck gesetzt fühlen. 31% verspüren gleichzeitig Erleichterung und Druck durch Fitness- und Gesundheitsanwendungen.

Quelle: Bitkom - Die Zukunft der Consumer Technology – 2021, repräsentative Umfrage unter 1.176 Personen ab 16 Jahren; Grafik: Bitkom; PM 17-2021-5


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