‘Sichere Medikation – mach Dich stark für Patientensicherheit‘

Antibiotika Am 14. September war der Welttag der Patientensicherheit. Das Motto lautete in diesem Jahr 'Sichere Medikation – mach Dich stark für Patientensicherheit'. Für Prof. Josef Hecken, Vorsitzender des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), "unbestritten auch ein Thema, bei dem es noch deutliches Verbesserungspotenzial gibt..."

Beispiele aus dem G-BA Innovationsausschuss
Im G-BA werden durch den Innovationsausschuss Projekte gefördert, die genau auf die Arzneimitteltherapiesicherheit abzielen. Zwei der ersten vier Modellprojekte sind inzwischen erfolgreich beendet worden. Bei ihnen geht es um die Antibiotikaresistenzentwicklung . So erprobt das Projekt ARena verschiedene Konzepte, wie Ärztinnen und Ärzte beim gezielten Antibiotikaeinsatz unterstützt werden können. Den Ansatz empfahl der Innovationsausschuss in diesem Jahr zur Überführung in die Regelversorgung. Dazu gehört ein Blog, der sich auch an die Öffentlichkeit wendet. "Antibiotika retten Leben...
...doch weil sie zu häufig eingesetzt werden, wirken sie immer schlechter gegen bestimmte Bakterien. Das kann schlimme Folgen haben. Hundertausende Menschen sterben weltweit jedes Jahr, weil Antibiotika bei bestimmten Infektionen nicht mehr helfen. Die Bakterien sind in diesen Fällen resistent geworden. 2016 haben die Vereinten Nationen diese Antibiotika-Resistenzen als die "größte und dringendste globale Gefahr" benannt. Die gute Nachricht: jeder von uns kann etwas dazu beitragen, diese Gefahr einzudämmen! In unserem Blog


  • erklären wir Euch, wann Antibiotika tatsächlich sinnvoll sind

  • geben wir Euch Tipps, wie Ihr ohne Antibiotika schnell wieder fit werdet"



Das Problem der sogenannten Multimedikation, das vor allem ältere Menschen betrifft, nahm das Projekt AdAM in den Fokus. Es untersuchte, ob die Gefahr von gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen, die mit der Anzahl der eingenommenen Medikamente steigt, wirksam mithilfe eines digital-gestützten Arzneimitteltherapie- und Versorgungs-Managements der behandelnden Hausärztinnen und Hausärzte gemindert werden kann. Sobald der Abschlussbericht eingegangen ist, wird er vom Innovationsausschuss bewertet.

Ebenso Kinder und Jugendliche können von Medikationsfehlern betroffen sein. Hier fördert der Innovationsausschuss beispielsweise das noch laufende Projekt MEKIH, das sich der Analyse von Medikationsfehlern bei Kindern und Jugendlichen und der Erstellung von Handlungsempfehlungen widmet.

Um Arzneimittel für neuartige Therapien, die sogenannten ATMPs, die individuell auf eine Patientin oder einen Patienten abgestimmt sind, geht es beim Projekt INTEGRATE-ATMP: Welche verbindlichen Rahmenbedingungen sollten für eine qualitätsgesicherte Anwendung von ATMPs vorliegen, um die bestmögliche Versorgung von Patientinnen und Patienten zu gewährleisten?

Mit personalisierter Medizin zu mehr Patientensicherheit?
Aus Sicht des Verbands der Diagnostica-Industrie (VDGH) verdient die Personalisierte Medizin im Zusammenhang mit Patientensicherheit "besondere Aufmerksamkeit". Personalisiert meint, dass Diagnostik und Medikation auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten werden. Dadurch wird sich versprochen, dass der Nutzen einer Arzneimitteltherapie steigt und zeitgleich das Risiko durch beispielsweise geringere Nebenwirkungen sinkt.

Im weiteren Therapieverlauf wird die personalisierte Diagnostik verwendet, um beispielsweise bei längeren Therapien zu erkennen, wenn die Wirkung nachlässt. Dementsprechend lässt sich die Dosierung verändern oder man kann zu einem wirksamen Medikament wechseln.


Foto: Screenshot Website ARena Blog antibiotika-alternativen.de; PM17 22-09-2022


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