Also, was tun bei Fachkräftemangel?

slyhealth Annette Brandau, 2nd CEO von SLYHEALTH GmbH, hat auf LinkedIn etwas zum Thema Fachkräftemangel in Agenturen gepostet. Sie fragt sich: "Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, dass wir Agenturen untereinander die Ressourcen teilen? #jointforces"

Einige Reaktionen zeigen deutliche Zustimmung und Gesprächsbereitschaft, auch per direkte Nachrichten hat sie Zuspruch und Mitmachwillen erhalten. Worum geht es in Brandau's Post? Darum, dass "der Markt "leer" ist, werben wir also untereinander die Leute ab. Das gelingt meist mit einem besseren Titel und mehr Gehalt. Beides manchmal eine Stufe höher als es eigentlich angemessen wäre. Die loyalen Mitarbeiter wollen natürlich mitziehen, denn es ist nicht verständlich, warum sie, die sich x Jahre treu den Hintern abarbeiten, deutlich weniger verdienen sollen, als die Neuzugänge. Und dann sind noch die Freelancer ohne die eine Agentur nicht (mehr) leben kann. Ich weiß aus Erfahrung wie es ist, mit unter 30 Festangestellten + über 80 Freelancern zu arbeiten. Und dabei will ich nicht mal über die Marge reden."

Sie spinnt den Faden weiter: "... ich könnte mir vorstellen, dass in Summe gar nicht so viele Leute fehlen. Sie sitzen nur woanders. Es ist doch so, dass wenn ein Kunde geht, auf einmal ein ganzes Team ohne Arbeit ist und sich Sorgen um seinen Job macht, während woanders gerade ein neuer Kunde dazugekommen ist man sich fragt, wer zur Hölle den jetzt betreuen soll. Die einen sind vielleicht getrieben jeden noch so unsinnigen Pitch mitzumachen, aus bange die Leute nicht ausgelastet zu kriegen und die anderen... naja das hatten wir ja schon."

Weiter schreibt sie: "Oder im Healthcare Bereich: es kommt ein Kunde dazu mit mehreren Indikationen und man ist in einer schon gesperrt. Was machen? Die nächste Konfliktagentur gründen? Das müsste doch besser gehen.
Ich könnte mir eine Art Plattform vorstellen, wo wir unsere Ressourcen anbieten oder Ressourcen anfragen können. Das würde voraussetzten, dass wir uns nicht mehr als Bedrohung ansehen, sondern als gesunde Mitbewerber, die sich manchmal zusammentun, weil das einfach sinniger ist. Das kennen wir ja schließlich von unseren Kunden auch - #einkauf . Zusammenarbeit und fairer Wettbewerb sollte doch möglich (sein)."

Eine Antwort lautet: "Viele große Agenturen machen das ja an sich so, dass sie in sich geschlossene Teams bilden. Wenn dann im einen Team Kapazitäten vorhanden sind, während im anderen alle überarbeitet sind, kommt ja oft der Gedanke auf „Warum dann nicht gegenseitig unterstützen?". Aber schon alleine innerhalb einer Agentur wird das oft schwierig & oft stellt sich raus dass es dann auch eine zentrale Position benötigt die ein Auge auf alles hat & mit allen Beteiligten (über erforderliche Maße) kommuniziert. Zusätzlich zur Kapazitätenplanung kommt dann noch das Thema Mitarbeiterbefindlichkeiten ... Wenn alle bereit sind geht das sicher (geht ja in großen Agenturen auch, die haben aber meist einheitlichere Strukturen und Prozesse), erfordert aber viele Absprachen."

Ein andere Kommentar dazu: "Gut, dass ich bis zum Ende gelesen habe. Spannende Idee. Let's talk."

 

Foto: Screenshot Website Slyhealth; PM09 19.05.2022


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