BVDAK-Kooperationsgipfel: Unter dem Vorzeichen der Plattformen

BVDAK In diesem Jahr fand der Kooperationsgipfel des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) wieder in Präsenz statt. Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch die angeregten Gespräche: die Online-Marktplätze und -Plattformen für Apotheken.

Es tut sich schon länger etwas im Apothekenmarkt: das geht über die Apotheken-Plattformen wie ihreapotheken.de oder gesund.de bis zu Marktplätzen von großen Versendern wie Amazon oder DocMorris und neuen Quick-Commerce-Angeboten wie Mayd und FirstA. Wie bleibt man als Apotheke da sichtbar und überhaupt was tun?

Anike Oleski von den Berliner Medios-Apotheken empfahl über den Nutzen von Apothekenkooperationen, die Teilnahme an den Plattformen auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und dann zu entscheiden, welches der verschiedenen Angebote das richtige ist. Dabei sei wichtig, sich auch auf den Plattformen als Marke treu zu bleiben. Das sei unter Umständen relativ schwierig, weil sich die Plattformen in Richtung der Kunden teilweise sehr stark aufstellten. Dr. Meike Appelrath von der Apothekenkooperation Migasa gab sich kämpferisch, denn welche der Plattformen sich durchsetze, hänge ganz wesentlich von der Teilnahme der Apotheken ab.

Für die Arzneimittelhersteller wird das Thema relevant, wenn sich die aktuell aus dem Boden sprießenden Quick-Commerce-Angebote wie Mayd oder FirstA einerseits und andererseits große Player wie DocMorris oder gar Amazon durchsetzen, Zur Folge könnte das ein Einkaufsverhalten haben, wie man es heute im Lebensmittel- oder FMCG-Bereich kennt.

Das könnte dann auch den Außendienst betreffen. Martina Gampl, Head of Sales OTC bei Dr. Pfleger Arzneimittel, ist dennoch überzeugt, dass der Außendienst wichtig bleibt. Ihrer Beobachtung nach steige aktuell der Anspruch an den Außendienst. Die Apotheken erwarteten mehr Marketing-Know-how und eine individuellere Betreuung als früher. Personalberater Robert Bielmeier pflichtet ihr bei: „Der Außendienst ist sehr wertvoll, wenn er der Apotheke einen echten Mehrwert bringt." In seiner Beobachtung ist das Ende der Pandemie sogar ein „echter Turbo" für den Außendienst, der in vielen Unternehmen aktuell stark ausgebaut werde. Aber auch er sieht steigende Anforderungen, insbesondere was die Digitalisierung angeht. Das betreffe einerseits digitale Instrumente für die Apothekenbetreuung wie Video-Calls, andererseits die Marketingmaßnahmen, die sich der Innendienst ausdenkt. Für manch einen Mitarbeiter seien diese digitalen Instrumente „was der Asteroid für den Dinosaurier war".

Doch gerade bei Neueinführungen sei der persönliche Kontakt und eine gute Schulung, bei Kosmetik auch ein „Ausprobieren und Fühlen" eigentlich unerlässlich. Offenbar hat sie aber das Gefühl, dass viele Außendienst-Mitarbeiter nur wenig Wissen über die Arbeit der Apotheken haben. Vielleicht hilft es, wenn Marketingabteilungen wie Außendienstler ihren Rat befolgen: „Fragen Sie uns", also die Apothekerinnen und Apotheker, was sie brauchen und wollen.

Foto: Screenshot Website BVDAK; PM09 19.05.2022


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