KI: Eine riesige Chance für die Medizin


Einer Bitkom Umfrage zufolge sehen 81% der Befragten in KI eine riesige Chance für die Medizin.

Viele finden, dass KI die medizinische Versorgung besser machen kann. (Foto von National Cancer Institute auf Unsplash)

 

Und 70% meinen, Ärztinnen und Ärzte sollten, wann immer möglich, Unterstützung von einer Künstlichen Intelligenz erhalten. 57% fordern, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin in Deutschland besonders gefördert werden sollte. Genauso sprechen sich aber auch 87% dafür aus, dass der Einsatz von KI in der Medizin streng reguliert werden solle. Und trotz der von vielen Menschen wahrgenommenen Chancen macht 23% der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin Angst.   

E-Rezept und elektronische Patientenakte sind bekannt

97% haben bereits vom E-Rezept gehört, dessen flächendeckende Einführung seit diesem Sommer läuft. 95% können etwas mit der elektronischen Patientenakte anfangen, die nach Plänen der Bundesregierung ab Anfang 2025 alle Versicherten automatisch erhalten, sofern sie nicht aktiv widersprechen.

93% ist auch die eAU, also die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, ein Begriff. 85% haben von der Video-Sprechstunde gehört und 61% von Gesundheits-Apps auf Rezept. Knapp die Hälfte (49%) weiß, dass es einen elektronischen Medikationsplan gibt. 

ePA: Großer Informationsbedarf

Zwar gibt es die ePA bereits seit Januar 2021, allerdings hat sich erst ein Bruchteil der Deutschen (ca. 1 Prozent) eine ePA eingerichtet – vor allem wegen hoher bürokratischer Hürden. Ab 2025 soll daher die so genannte Opt-out-Regelung gelten.

Heißt: Alle Versicherten erhalten automatisch eine elektronische Patientenakte – es sei denn, sie widersprechen aktiv.

Insgesamt ist das Informationsbedürfnis noch groß: 73% wollen besser über die elektronische Patientenakte informiert werden. 65% halten die Einführung in Deutschland für überfällig. Doch es gibt auch Vorbehalte: 59% sorgen sich bei der ePA um die Sicherheit ihrer Daten. 

Wie schaut’s aus beim E-Rezept

Das E-Rezept wird nach einigen Verzögerungen seit diesem Sommer bei Apotheken und Praxen eingeführt. 24% der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger wollen dabei aber weiterhin die Papiervariante nutzen. 72% bevorzugen die digitale Einlösung des E-Rezepts – entweder per App in der Apotheke bzw. online (22%) oder durch Einstecken der Gesundheitskarte vor Ort in der Apotheke (50%).

Ähnlich wie bei der Elektronischen Patientenakte gibt es auch beim E-Rezept noch ein breites Bedürfnis nach mehr Information: 47% möchten gern besser darüber Bescheid wissen. Und 81% bewerten die Einführung des E-Rezepts in Deutschland als zu langsam.

„Die Digitalisierung des Gesundheitswesens macht nach langen Jahren der Stagnation nun große Fortschritte. Die Corona-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, dass Zettelwirtschaft und analoge Verfahren nicht zukunftstauglich sind. Wichtig ist jetzt, dass die angekündigten Gesetze und Digitalvorhaben auch zügig ins Ziel gebracht werden“, betont Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. 

Voraussetzung ist aus Bitkom-Sicht dafür auch eine ausgewogenere Regulierung bei der Nutzung von Daten – so sollten die Daten aus der elektronischen Patientenakte anonymisiert und pseudonymisiert für die privatwirtschaftliche Gesundheitsforschung etwa zur Bekämpfung seltener Erkrankungen nutzbar sein. 

Wintergerst findet: „Daten sind die Grundlage einer hoch leistungsfähigen, auf die individuelle Situation jedes und jeder Einzelnen abgestimmten medizinischen Versorgung. Um diese Potentiale zu nutzen, müssen wir auch in Deutschland den Datenschutz in ein ausgewogenes Verhältnis zum Gesundheitsschutz bringen. Gelingt dies nicht, werden die deutschen Patientinnen und Patienten künftig viele medizinischen Leistungen in digitaler Form aus anderen Ländern beziehen.“ 

 

Grafik: Bitkom

Das sind Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Befragung unter 1.138 Personen in Deutschland, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.

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