Markt für Phytopharmaka


Das Marktsegment für nicht verschreibungspflichtige pflanzliche Arzneimittel hat sich wieder erholt – nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie.

Pflanzliche Arzneimittel sind oftmals 'Made in Germany' und werden von überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen in Deutschland entwickelt, erprobt und produziert. (Foto von Yannis Damm auf Unsplash)

 

So zeigen die Marktdaten der neuen OTC-Sonderpublikation „Markt für Phytopharmaka in Deutschland“ (BPI):

  • Bedingt durch die Coronapandemie und den auferlegten Lockdowns kam es im Zeitraum 2019 bis 2021 zu deutlichen Rückgängen des Absatzes nicht verschreibungspflichtiger pflanzlicher Arzneimittel.
  • Der Absatz reduzierte sich im Jahr 2020 insgesamt um 18 Millionen Packungen im Vergleich zum Vorjahr (-14%).
  • 2021 erneut um weitere sieben Millionen Packungen (-5%).
  • Die sinkende Abgabemenge war dabei ausschließlich in der Apotheke zu verzeichnen, vergleichsweise stabil blieben dagegen die Absatzzahlen im Versandhandel zu dieser Zeit.
  • Erst 2022 erholte sich der Absatzmarkt in den Apotheken wieder und landete mit 99 Millionen Packungen fast auf dem Vor-Corona-Niveau.

 

Die Bedeutung von Phytopharmaka für die Gesundheitsversorgung wird insbesondere bei einem Vergleich der führenden Präparategruppen in den Jahren 2021 und 2022 sichtbar:

  • Husten- und Erkältungspräparate machten 2021 den größten Anteil mit 29% aus.
  • Nach der Aufhebung von Lockdowns und Schutzmaßnahmen kam es zu einem immensen Anstieg von Infektionen.
  • Der Anteil von Husten- und Erkältungspräparaten stieg daraufhin auf 49% in 2022 an.

 

„Sowohl in Apotheken als auch im Versandhandel stieg der Absatz im Jahr 2022 um insgesamt 23 Prozent an. Mit 99 Millionen Packungen wurde in den Apotheken damit fast wieder das Niveau vor der Coronapandemie erreicht. Im Versandhandel lag der Absatz im Vergleich zu 2019 sogar geringfügig höher“, erklärt Dr. Nicole Armbrüster, BPI-Geschäftsfeldleiterin Pflanzliche Arzneimittel.

Und sie betont noch:

„Der Therapiepluralismus, also die Vielfalt und Verfügbarkeit verschiedener Therapierichtungen, wird gerade in Zeiten zunehmender Lieferengpässe immer wichtiger. Geopolitische Konflikte führen uns immer wieder vor Augen, dass sich das Risiko unterbrochener Lieferketten erhöht ... Häufig bauen Unternehmen die benötigten Rohstoffe, wie Heilpflanzen, sogar selbst direkt vor Ort an. Das ist ein großer Vorteil auch mit Blick auf die Versorgungssicherheit. Verfügbare pflanzliche Arzneimittel sind eine wichtige Therapiealternative, unter anderem bei der Behandlung von fiebrigen Erkältungskrankheiten. Für Patientinnen und Patienten ist die Selbstmedikation in solchen Fällen sehr wichtig.“

 

Grafik: BPI

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