Aus der BZgA wird das BIÖG


Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist gestartet. Dafür wurde die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umbenannt und es arbeitet dem RKI zusammen.

Das BIÖG „schafft Strukturen, in denen wegweisende Ansätze für Gesundheitsförderung und Prävention entwickelt und diskutiert werden. Ziel ist es, allen Menschen dabei zu helfen, gesund zu bleiben und länger zu leben.“ (Foto: Screenshot Website / PM—Report)

 

Für Noch-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach „muss Deutschland mehr in Prävention und Gesundheitsaufklärung investieren. Dafür bauen wir das neue Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf und verzahnen die wissenschaftliche Expertise des RKI mit der kommunikativen Kompetenz der BZgA. Das BIÖG wird das Wissen über gesunde Verhaltensweisen leichtverständlich vermitteln, aber auch selber Daten erheben, analysieren und aufbereiten. Damit stellen wir wichtige Weichen für eine gesündere Zukunft einer alternden Gesellschaft und erarbeiten hilfreiche Informationen, wie man das Risiko für Volkskrankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen und Demenz minimieren kann.“

Der kommissarische Leiter des neuen Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, Dr. Johannes Nießen, sieht das ähnlich: „Mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit schaffen wir in Köln eine zentrale Institution im deutschen Public-Health-System. Von hier aus stärken wir die Öffentliche Gesundheit in ganz Deutschland – mit klaren, verständlichen Informationen und evidenzbasierten Strategien …“

Aufgaben des neuen Instituts

So sollen vor allem eigene Erkenntnisse mit den Daten des RKI verbunden werden, um Materialien zur praxisnahen Gesundheitskommunikation zu entwickeln. Ein internes „Steuerungsgremium Öffentliche Gesundheit“ aus den Präsidien beider Institute sollen dann gezielt Forschungsschwerpunkte bestimmen und daraus Informationskampagnen entwickeln. Dafür wird auch das Panel „Gesundheit in Deutschland“ genutzt, das in regelmäßigen Umfragen gesundheitsrelevante Parameter erhebt.

Die wichtigsten Inhalte der Kooperationsvereinbarung:

  • Beide Einrichtungen arbeiten im Bereich der öffentlichen Gesundheit eng zusammen und stellen gegenseitig Wissen, Kompetenzen und Strukturen bereit.
  • Beide Institute stimmen sich zu relevanten Gesundheitsthemen sowie Evaluationskonzepten ab und tauschen sich intensiv in den Bereichen der Forschungskoordination, Drittmittel und Antragsstellung für wissenschaftliche Projekte aus.
  • Im nationalen Krisenfall erfolgt eine enge Abstimmung der Krisenkommunikation beider Institute.
  • Mögliche Themenschwerpunkte der künftigen Kooperation sind unter anderem die Stärkung der Gesundheitskommunikation, die Zusammenarbeit in den Bereichen Infektionskrankheiten und Impfungen sowie die Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Bewegungsförderung und psychischen Gesundheit.

 

Richtige Weichenstellung unter Vorbehalt

Die Vorständin des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, findet, dass „die Gründung eines Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit und die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut richtige und wichtige Weichenstellungen für die Zukunft sind, auch wenn der Prozess zur Errichtung des BIÖG Fragen aufwirft. Eine gesundheitsförderliche Politik in allen Bereichen der Gesellschaft ist mit Blick auf die hohe Krankheitslast durch vermeidbare Risiken dringend geboten. Denn Deutschland ist im internationalen Vergleich leider ganz hinten bei der Schaffung von gesundheitsförderlichen Lebensbedingungen.

Mit einer nationalen Public-Health-Strategie, die das neue BIÖG nach den ursprünglichen Plänen entwickeln sollte, kann der nötige Paradigmenwechsel in der Präventionspolitik erreicht werden. Wir brauchen die konsequente Umsetzung des "Health-in-all Policies"-Ansatzes, also der Berücksichtigung von Gesundheit in allen Politikfeldern, und die Förderung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen. Das politisch umzusetzen und das neue Institut entsprechend auszustatten und auszurichten, ist jetzt Aufgabe der nächsten Bundesregierung.“

 

Die Umbenennung der BZgA in Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) erfolgte per Ministererlass. Der RKI-Präsident Prof. Lars Schaade und der kommissarische Leiter des BIÖG Dr. Johannes Nießen haben zudem eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben.

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