KI als Motor der medizinischen Innovation


KI spielt eine zunehmend zentrale Rolle in der medizinischen Forschung und Entwicklung.

Mithilfe von KI kann und soll der Prozess der Wirkstoffforschung zukünftig wesentlich effizienter gestaltet und so deutlich schneller neue innovative Arzneimittel bereitgestellt werden können. (Foto von Ashwin Vaswani auf Unsplash) 

KI: Zentrale Rolle in F&E

Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine zunehmend zentrale Rolle in der medizinischen Forschung und Entwicklung. Insbesondere in der Wirkstoffforschung und der Krebsforschung eröffnen KI-Technologien neue Möglichkeiten, um Prozesse zu beschleunigen, Kosten zu senken und die Erfolgschancen neuer Therapieansätze zu erhöhen. Die jüngsten Entwicklungen in diesen Bereichen verdeutlichen das Potenzial der KI, medizinische Durchbrüche schneller und effizienter zu erreichen.

Neue Förderinitiative zur KI in der Wirkstoffforschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat eine neue Förderrichtlinie zur Anwendung von KI in der Wirkstoffforschung veröffentlicht. Ziel dieser Maßnahme ist es, den gesamten Prozess der Arzneimittelentwicklung effizienter zu gestalten und innovative Wirkstoffe schneller zur Marktreife zu bringen. 

Bundesforschungsminister Cem Özdemir betont die Bedeutung dieser Initiative: „Schneller, günstiger, besser – das ist das Ziel unserer neuen Förderrichtlinie. KI ist ein echter Gamechanger und bietet die Chance, die Wirkstoffforschung grundlegend zu verbessern.“

Die Förderung konzentriert sich auf interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die KI-basierte Methoden in der Wirkstoffforschung einsetzen. Dabei werden besonders solche Vorhaben unterstützt, die einen hohen medizinischen Bedarf adressieren und ein hohes wissenschaftlich-technisches Risiko aufweisen. Forschungsarbeiten werden bis zur klinischen Phase IIa gefördert, um innovative Arzneimittel mit kürzeren Entwicklungszeiten und verbesserten Erfolgsaussichten hervorzubringen.

KI-Agenten revolutionieren die Krebsforschung

Auch in der Krebsforschung sorgt KI für einen Paradigmenwechsel. Forschende des Else Kröner Fresenius Zentrums für Digitale Gesundheit an der TU Dresden sowie von Genentech (Roche-Gruppe) haben in einer aktuellen Veröffentlichung im Fachjournal „Nature Cancer“ aufgezeigt, wie autonome KI-Agenten zukünftig komplexe Arbeitsabläufe in der Krebsforschung erleichtern und beschleunigen könnten.

Während KI bisher vor allem in der Datenanalyse und Modellierung eingesetzt wurde, können moderne Sprachmodelle und KI-Agenten nunmehr ganze Forschungsprozesse unterstützen. Dazu zählen Literaturrecherche, Hypothesengenerierung, Experimentplanung sowie die Modellierung neuer Medikamente. 

KI-Agenten mit Internetzugang können innerhalb kürzester Zeit hunderte wissenschaftliche Publikationen analysieren und 3D-Strukturen von Proteinen modellieren – Aufgaben, die zuvor oft Gegenstand einer gesamten Doktorarbeit waren.

Menschliche Expertise bleibt unverzichtbar

Wissenschaftler:innen steuern die KI-Agenten, validieren Ergebnisse und konzentrieren sich auf strategische Entscheidungen. Prof. Jakob N. Kather, Professor für Klinische Künstliche Intelligenz an der TU Dresden, hebt die Chancen und Herausforderungen hervor: „Diese neuen Systeme werden die biomedizinische Forschung maßgeblich verändern und beschleunigen. Es liegt in unserer Verantwortung, KI ethisch und sicher einzusetzen, um den maximalen Nutzen für die Gesellschaft zu erzielen.“

Fazit: KI als Treiber der medizinischen Forschung und Entwicklung

Die Fortschritte in der KI-gestützten Wirkstoff- und Krebsforschung zeigen anhand dieser zwei Projekte exemplarisch das immense Potenzial dieser Technologie für die Medizin:

KI kann Entwicklungszeiten drastisch verkürzen, Kosten senken und innovative Therapieansätze schneller zur Anwendung bringen. Gleichzeitig bleiben ethische und sicherheitsrelevante Fragen von zentraler Bedeutung. Mit gezielter Förderung und interdisziplinärer Zusammenarbeit kann KI zu einem Werkzeug werden, um die Forschung voranzutreiben und die medizinische Versorgung weltweit zu verbessern.

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