Selbstmedikation: Freiwahlprodukte im Aufwind


In den deutschen Apotheken hat sich der Markt für nicht-verschreibungspflichtige Produkte in den letzten Jahren unterschiedlich entwickelt. 

Nichtarzneimittel stehen für über 90% des Umsatzes in der Freiwahl. (Foto von Angel Sinigersky auf Unsplash)

Anhaltendes Interesse an Selbstmedikation

Im Bereich der Nichtarzneimittel zeigte sich zuletzt ein leicht positiver Umsatztrend, wobei einige Warengruppen aus dem Freiwahlsortiment (z. B. Haarpflege und Sportlerprodukte) ein deutliches Wachstum aufwiesen. Diese Entwicklungen spiegeln nicht nur das anhaltende Interesse der Verbraucher an Selbstmedikation wider, sondern verdeutlichen auch die konstante Bedeutung der Apotheke als Anlaufstelle bei Gesundheits- sowie Health- und Beauty-Fragen.

Größter Anstieg bei Nichtarzneimitteln

Der Umsatz mit Produkten der Selbstmedikation ist 2024 in der Offizin im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, allerdings lediglich um +2,7 Prozentpunkte (Basis: Arzneimittelpreis des pharmazeutischen Unternehmers - ApU). Das stärkste Wachstum verzeichnen Nichtarzneimittel mit einem Zuwachs von +3,3 Prozentpunkten, gefolgt von apothekenpflichtigen Arzneimitteln mit einem Anstieg von +2,6 Prozentpunkten sowie nicht apothekenpflichtige Arzneimittel mit einem Umsatzrückgang um -3,9 Prozentpunkte (Jahr 2024 vs. Jahr 2023, ApU).

Der Wachstumstrend für apothekenpflichtige Arzneimittel knüpft in der Offizin nicht mehr nahtlos an die Entwicklung der Vorjahre an. Vielmehr hat sich das Wachstum für diese Produktgruppe spürbar verringert. Nicht apothekenpflichtige Arzneimittel zeigen seit dem Jahr 2022 sogar ein negatives Wachstum. Am stärksten wuchs die Produktgruppe der Nichtarzneimittel im Jahr 2023 (+ 5,8 Prozentpunkte) und im Jahr 2024 (+3,3 Prozentpunkte). Nichtarzneimittel stehen für über 90% des Umsatzes in der Freiwahl.

Welche Warengruppen im Marktsegment der Nichtarzneimittel treiben das Wachstum?

  • Von 2022 auf 2023 wuchs die umsatzstärkste Kategorie „Trinknahrung und andere Supplements“ um +15,2 Prozentpunkte. Derzeit verzeichnet diese Warengruppe ein Umsatzwachstum von +10,0 Prozentpunkten (Jahr 2024 vs. Jahr 2023, Basis: realer Apothekenverkaufspreis - rAVP).
  • Die Warengruppe „Präparate für trockene Augen“ lag 2023 im Vergleich zum Vorjahr bei einem Anstieg in Euro von +7,5 Prozentpunkten. Die aktuelle Umsatzentwicklung zeigt ein Wachstum von +6,0 Prozentpunkten (Jahr 2024 vs. Jahr 2023, rAVP).
  • Wachstumsimpulse kommen auch von den Kategorien andere Mineralstoffpräparate (+5,0%), Haarpflege (+12,0%), Intimpflege (+ 9,2%), Mund- und Zahnpflege (+8,3%) sowie Sportlerprodukte (+13,8%). (Jahr 2024 vs. Jahr 2023, rAVP).

 

Grafik: Insight Health

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